Kloster Ettal
Kloster Ettal

07.05.2018

Kloster Ettal zeigt Ausstellung über den bayerischen Mythos "Wald, Gebirg und Königstraum"

"Bayern ist das Paradies", das weiß besonders der nun in Berlin die Heimat beschwörende Horst Seehofer. Seit 200 Jahren waren die Sommerfrischler angetan von diesem bergigen Land im Süden und seinen urigen Leuten.

Kaum zu glauben, wie schön es hier ist. Für die Bayerische Landesausstellung 2018 hätte sich wohl kein besserer Platz finden lassen als die Bergwelt des Graswangtals. Wo sich hoch oben die weiße Barockkuppel der Ettaler Klosterkirche in den blauen Himmel erhebt und rundum die Kreuze von den Gipfeln grüßen, lässt sich wahrlich der "Mythos Bayern" erspüren.

Neuanfang in der Öffentlichkeit

Ludwig, der Bayer, war es, ein beim Papst in Ungnade gefallener Herrscher, der 1330 quasi als Wiedergutmachung an dieser verkehrsgünstig auf dem Weg gen Italien gelegenen Stelle ein Benediktinerkloster gründete. Für die Abtei dürfte es jetzt auch so etwas wie ein Neuanfang in der Öffentlichkeit sein.

Nach der schmerzvollen, sich noch im Heilungsprozess befindenden Aufarbeitung des 2010 bekanntgewordenen Missbrauchsskandals am Internat gibt es nun wieder positive Schlagzeilen. Das Haus der Bayerischen Geschichte macht Station bei den Mönchen und nutzt deren prächtiges Ambiente passend zum Motto "Wald, Gebirg und Königstraum". Dass diese neben ihren Räumen mit Bier und "Liqueur" sowie einem Hotel aufwarten können, hält wahrlich Leib und Seele zusammen.

 

Gleich neben dem umgebauten Klosterladen geht es nur wenige Stufen hinunter, dann fällt der Blick auf ein Modell-Szenario des Werdenfelser Landes. Im vom Ludwig II. erbauten Königshaus am Schachen brennen noch die Lichter. Von außen ähnelt es einem Schweizer Chalet, innen ist es im orientalischen Stil ausgestattet.

Holzfäller vertrauten auf Gott

Um auch auf 1.866 Meter Höhe den gewohnten Komfort nutzen zu können, mussten Mulis Fuhren von Geschirr über Bettwäsche bis zu Heizmaterial über steiles Gelände hinaufziehen. Während der Adel die Natur genoss oder sich auf die Jagd nach einem kapitalen Hirsch machte, gingen die Untertanen "ins Holz", wie der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl, erinnert.

Der Wald lieferte, was zum Leben nötig war. Das Fällen und der tonnenschwere Transport mit Schlitten ins Tal waren gefährliche Arbeiten, bei denen die Männer auf Gottes Hilfe vertrauten, wie kleine Altäre und Votivbilder zeigen.

Das Holz wurde für den Bau und die Kunst verwendet. So hat sich ein kleiner Schwan erhalten, den ein Schnitzer bei einem Besuch von König Maximilian II. diesem für Kronprinz Ludwig als Spielzeug schenkte.

Touristen in Dirndl und Lederhose

Aus dem Isarwinkel kam das Holz für den Dachstuhl der Münchner Frauenkirche. Als dieser im Zweiten Weltkrieg Opfer der Luftangriffe wurde, sicherte sich manch einer das kostbare Material. Zwei Balkenstücke sind zu sehen, und auch eine aus diesem 500 Jahre alten Material gefertigte Geige.

Das gehobene Bürgertum strömte im 19. Jahrhundert in Scharen als Sommerfrischler in die Alpen. "Ziemer zu Vermithen" gab es genug, und die Touristen liebten es, sich wie Einheimische in Dirndl und Lederhose zu kleiden. Fotostudios hielten sogar Trachten bereit für einen urigen Postkartengruß an Daheimgebliebene. Die Besucher der Schau haben dieselbe Chance.

Maler wie Carl Spitzweg hielten die Naturliebe der Städter auf bisweilen ironische Weise auf der Leinwand fest. Einer wie Lovis Corinth kam mit seinen Bildern aus der bayerischen Gebirgsecke kaum nach, so groß war die Nachfrage aus Berlin. Vom Bauerntheater über den Dialekt bis zum Bierkrug - die Ausstellung greift die Klischees munter auf.

"A Hund war er scho!"

Den Abschluss bildet eine Holztür aus Schloss Linderhof mit einem erbrochenen Siegel. Nur wenige Tage nach dem Tod von Ludwig II. im Starnberger See durfte die Öffentlichkeit in seine Schlösser. Die Untertanen sollten sehen, wie der Kini das Geld verschwendet hatte. Doch statt Wut hieß es bewundernd: "A Hund war er scho!"

So ist es perfekt inszeniert, wenn der Besucher nun ins Freie tritt, und sich vor seinen Augen die echte Bergwelt auftut. Im Klostergarten steht ein an eine Schneekugel erinnernder Holzpavillon, in dem eine Multimedia-Show jene Schlösserwelten entstehen lässt, die der König noch bauen wollte.

Zur Eröffnung am Mittwoch hat sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angesagt. Der plant mit Bavaria One ein eigenes Raumfahrtprogramm - Traumschlösser des 21. Jahrhunderts sozusagen.

Barbara Just

(KNA)

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