Die Reste des "Immerather Doms"
Die Reste des "Immerather Doms"

09.01.2018

Strafanzeigen nach Protestaktion zu Abrissbeginn Immerather Dom steht nicht mehr

Eine Kirche weicht der Kohle: Der Immerather Dom ist am Dienstag wegen des Braunkohletagebaus Garzweiler abgerissen worden. Eine Protestaktion gegen den Abriss hat rechtliche Konsequenzen.

Der Immerather Dom in Erkelenz steht nicht mehr. Die entweihte katholische Kirche St. Lambertus wurde am Dienstag bis auf das untere Mauerwerk abgerissen, wie ein Sprecher des Energiekonzerns RWE dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Essen sagte. Bis die Schuttberge abgetragen und die Arbeiten komplett abgeschlossen sind, wird es voraussichtlich drei Wochen dauern. Nach Protesten von Umweltaktivisten gegen den Abriss am Montag gingen bei der Polizei Heinsberg 14 Strafanzeigen ein.

Die entweihte katholische Kirche St. Lambertus, die im Volksmund Immerather Dom genannt wird, muss wie der gesamte Erkelenzer Ortsteil Immerath dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen. Der letzte Gottesdienst wurde dort im Jahr 2013 gefeiert. Der Beginn der Abrissarbeiten hatte sich am Montag durch eine Protestaktion von Greenpeace um mehrere Stunden verzögert. Am Dienstag gab es keine weiteren Proteste, wie eine Sprecherin der Polizei Heinsberg dem epd sagte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Ingesamt gingen 14 Strafanzeigen bei der Polizei ein, die nun die Staatsanwaltschaft Aachen prüfen muss. Ermittelt wird wegen Hausfriedensbruchs, Landfriedensbruchs und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Bei den Protesten waren elf Aktivisten vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Drei waren in die Kirche geklettert und hatten an der Fassade ein Banner mit der Aufschrift "Wer Kultur zerstört, zerstört auch Menschen" heruntergelassen. Drei weitere Demonstranten hatten sich an einen Abrissbagger gekettet. Als die Aktivisten auf das mit Bauzäunen abgesperrte Gelände eindrangen, das im Besitz von RWE ist, wurden zwei von ihnen und zwei RWE-Mitarbeiter leicht verletzt.

Greenpeace-Energieexpertin Anike Peters hatte am Montag erklärt, für den Klimaschutz sei der Kohleausstieg unvermeidbar. "Deshalb fordern wir einen Stopp der Abrissarbeiten, bis die kommende Bundesregierung über die künftige deutsche Energiepolitik entschieden hat." Greenpeace forderte einen schrittweisen, sozialverträglichen Kohleausstieg bis 2030.

(epd)

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