Chrisam und Salböl am Taufbecken
Chrisam und Salböl am Taufbecken

09.10.2017

Zeitung: Nur wenige Flüchtlinge lassen sich katholisch taufen "Mit intensiver Vorbereitungsphase"

Laut einer Umfrage lassen sich offenbar nur wenige Flüchtlinge in Deutschland katholisch taufen. Dabei betonen die Verantwortlichen auch, dass der Aufnahme in die katholische Kirche immer eine intensive Vorbereitungsphase vorausgehe.

"Deshalb besteht keine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand aus rein taktischen Gründen taufen lässt, um seine Asylchancen zu verbessern", sagte der in der katholischen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen zuständige Hamburger Erzbischof Stefan Heße zu den Ergebnissen der Umfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Nicht alle Bistümer können Zahlen nennen

Genaue Zahlen sind nicht zu ermitteln, da sie in der Regel nicht gesondert erfasst werden. Von den 27 katholischen Bistümern konnten 14 der Zeitung Zahlen nennen. Diese belegen, dass dort seit 2015 mindestens 400 Menschen zum katholischen Glauben konvertiert sind. Dazu gehören aber nicht nur Flüchtlinge verschiedener Glaubensrichtungen, sondern auch Muslime, die schon länger in Deutschland leben und keine Asylbewerber sind.

Ähnliche Angaben hatte die Deutsche Bischofskonferenz vor kurzem mit Blick nur auf das Jahr 2016 gemacht: Die Zahl der Muslime, die im vergangenen Jahr zur katholischen Kirche in Deutschland konvertiert seien, belaufe sich auf "unter 300". Auch dabei seien Flüchtlinge nicht gesondert gezählt worden.

Laut Zeitungsbericht bewegen sich die bekannten Zahlen der konvertierten Flüchtlinge pro Jahr und Bistum in der Regel im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich. Dies gelte etwa für Fulda, Osnabrück, Magdeburg und Würzburg. In Trier seien im vergangenen Jahr 51 erwachsene Muslime getauft worden, vier mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr waren es dort demnach bisher 34.

Warnung vor übereilten Taufen

Unabhängig von Zahlen warnen Vertreter der katholischen Kirche immer wieder davor, Flüchtlinge übereilt zu taufen. So weist die Deutsche Bischofskonferenz etwa in einer Arbeitshilfe darauf hin, "dass Menschen in Abhängigkeitsverhältnissen - und das kann u. U. auf Geflüchtete zutreffen - nicht zur Taufe geführt werden dürfen".

Weiter heißt es dort, Interessenten müssten auf die Konsequenzen ihrer Entscheidung hingewiesen werden, etwa "indem deutlich gemacht wird, dass die Zugehörigkeit zum Christentum keine Garantie für eine schnelle Integration oder sozialen Aufstieg bedeutet". Auch auf die Tatsache, dass mit der Konversion zum Christentum nur in wenigen Fällen ein gesicherter Aufenthaltsstatus verbunden sei und "dass im Gegenteil die Taufe im Falle der Abschiebung die Rückkehr ins Herkunftsland lebensgefährlich machen kann, muss unbedingt hingewiesen werden", heißt es in der Arbeitshilfe.

(KNA)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Montag, 16.10.2017

Video, Montag, 16.10.2017:Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

10:00 - 12:00 Uhr 
Menschen

Marco Michalzik

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 17.10.
06:00 - 06:30 Uhr

Laudes

06:30 - 10:00 Uhr

Der Morgen

  • Caritas zum Internationalen Tag für die Beseitigung der Armut
  • LFS Bonn in Rom - Treffen mit Sant'Egidio
  • Abtei Himmerod wird aufgelöst - früherer Abt Johannes
10:00 - 12:00 Uhr

Menschen

10:00 - 12:00 Uhr

Menschen

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

16:40 - 17:00 Uhr

Kulturtipp

12:00 - 18:00 Uhr

Der Tag

18:00 - 20:00 Uhr

Kompakt

20:00 - 22:00 Uhr

Menschen

22:00 - 22:30 Uhr

Komplet

22:30 - 24:00 Uhr

Kompakt

00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

02:00 - 03:00 Uhr

Kopfhörer

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar