Hofmann beim Eucharistischen Kongress 2013
Hofmann beim Eucharistischen Kongress 2013
Gebürtiger Kölner: Friedhelm Hofmann
Gebürtiger Kölner: Friedhelm Hofmann

13.09.2017

Friedhelm Hofmann ist seit 25 Jahren Bischof Kunstsinnig, volksnah, konsequent

Für Bischof Hofmann ist es ein Jahr der Jubiläen und des Abschieds. Zum 75. Geburtstag im Mai reichte er seinen Rücktritt ein. Die Antwort des Papstes wird in Kürze erwartet, nach dem 25. Jahrestag seiner Bischofsweihe.

Seinen 75. Geburtstag am 12. Mai hat Friedhelm Hofmann ganz klein gefeiert. Deutlich größer geht es zu, wenn der Würzburger Bischof am Sonntag an seine Bischofsweihe am 13. September vor 25 Jahren erinnert. Viele Mitbrüder werden im Würzburger Dom sein, darunter der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Es könnte der letzte große Gottesdienst sein, den Hofmann als Bischof von Würzburg feiert. Denn es wird damit gerechnet, dass Papst Franziskus zeitnah der Bitte Hofmanns nachkommt, ihn altersgemäß in den Ruhestand zu versetzen.

Gebürtiger Kölner

Aus Würzburg verschwinden wird Friedhelm Hofmann nicht. Er will in der Stadt am Main bleiben. Schon bald nach seinem Amtsantritt 2004 gewann er die Zuneigung der als zurückhaltend geltenden Franken. Seine offene Art als Rheinländer war da von Vorteil. Der Bischof sucht den Kontakt mit den Gläubigen: per Telefon, auf Wallfahrten nach Rom, Lourdes oder mit dem Schiff nach Köln, bei Gemeindebesuchen oder sogar per Live-Chat.

Dabei gab es zu Beginn durchaus Vorbehalte gegen einen, der zwölf Jahre lang Weihbischof unter Kardinal Joachim Meisner war. Schon kurz  nach seinem Umzug sorgte er für Schlagzeilen: Im Würzburger Museum am Dom ließ er die "Auferstehung" des ostdeutschen Künstlers Michael Triegel abhängen, ein Bild, auf dem Christus gänzlich unbekleidet dargestellt ist. Doch das ist Geschichte. Erst dieses Jahr segnete der Bischof und studierte Kunsthistoriker ein Werk des Malers für eine Würzburger Pfarrkirche.

Keine Scheu vor Auseinandersetzung

Hofmann sucht beharrlich den Dialog mit den Künstlern, aber auch mit Vertretern aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Dies geschieht oft ganz diplomatisch im Hintergrund, etwa als er sich bei der Unternehmerin Maria Elisabeth Schaeffler für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzte. Aber in den letzten Jahren sorgte Hofmann des öfteren bundesweit für Aufsehen, gerade beim Thema Flüchtlinge.

So kritisierte er bereits 2013 die damalige bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) scharf für ihren Umgang mit Asylbewerbern. Ein Jahr danach - noch weit vor der sogenannten Flüchtlingskrise - leierte der Oberhirte konkrete Hilfe an. Sein Appell an Gemeinden und Orden, Wohnraum für Asylbewerber zur Verfügung zu stellen, blieb nicht ungehört.

Hofmann blieb bei dem Thema am Ball, mahnte, die Probleme bei der Integration nicht zu vergessen. Dabei scheute er auch die öffentliche Auseinandersetzung nicht. So nannte der Bischof die Aussage von CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer über den  ministrierenden und Fußball spielenden Senegalesen "Stimmungsmache gegen junge Flüchtlinge". Seine Diözesanempfänge waren stets prominent besetzt, vom Papst-Vertrauten Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga bis zu Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Großprojekt: Das neue Gotteslob 

Kärrnerarbeit verrichtete der Vorsitzende der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz beim Langzeitprojekt eines neuen Gebets- und Gesangbuches für den deutschen Sprachraum. Seit 2014 liegt nun endlich das neue "Gotteslob" vor, und findet breiten Anklang. Keiner spricht mehr von dem mehr als zehn Jahre dauernden Ringen um die endgültige Fassung, das für den Bischof nicht immer vergnüglich war.

Eine andere Reform konnte Hofmann in seinem Bistum nur noch anstoßen, nämlich die der künftigen Seelsorgestrukturen. Zwar schaffte es der Bischof, nahezu geräuschlos die 610 Pfarreien und Kuratien in 167 Pfarreiengemeinschaften und zehn Großpfarreien zusammenzufassen. Doch das reiche angesichts sinkender Priesterzahlen für die Zukunft nicht aus, sagt er heute. Noch größere pastorale Räume wollte der Bischof in seinem letzten Amtsjahr nicht mehr verfügen, um seinem Nachfolger nicht vorzugreifen. 

Ein Buch über Kitsch

Hofmann ermutigte aber die Gemeinden zu Experimenten unter stärkerer Beteiligung von Laien an der Leitung. Wie es damit weitergeht, wird Hofmann von seinem Ruhesitz aus beobachten können. Als Seelsorger will er mithelfen, sofern dies gewünscht sei. Und er will in Würzburg weiter über Kunst schreiben - auch ein Buch über Kitsch soll es aus seiner Feder geben.

Christian Wölfel
(KNA)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 26.05.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Was Willi über den Islam wissen will
  • Demonstration zum 25. Jahrestag des Brandanschlags Soling
  • Kulturaktion DellBrückentag
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Bundesratspräsident Müller beim Papst
  • Benediktinerkloster Maria Laach in der Vulkaneifel
11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Bundesratspräsident Müller beim Papst
  • Benediktinerkloster Maria Laach in der Vulkaneifel
Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    27.05.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 28,16-20

  • Codex Iuris Canonici
    27.05.2018 09:20
    Anno Domini

    Alter Wein in neuen Schläuche...

  • Die Dreifaltigkeit - Gemälde von Rublev
    27.05.2018 09:40
    Kirche2Go

    Weil Liebe nie für sich sein k...

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen