Zisterziensermönche
Zisterziensermönche
Kloster in Neuzelle im Bistum Görlitz
Kloster in Neuzelle im Bistum Görlitz

26.08.2017

Im Kloster Neuzelle sind wieder Zisterzienser präsent "Vorhut" in schwarz-weißen Gewändern

Es ist eine Art Rache aus Österreich an den Preußen: 200 Jahre nach Verstaatlichung des Klosters Neuzelle durch die Hohenzollern kehren Zisterzienser aus dem Wienerwald an die Oder zurück. Der Görlitzer Bischof freut sich schon.

Die Zisterzienser kommen: Vom traditionsreichen Stift Heiligenkreuz im österreichischen Wienerwald ziehen an diesem Wochenende vier Ordensmänner nach Ostbrandenburg - ins katholische Pfarrhaus auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Neuzelle.

Ab Montag halten sie dann täglich in der barocken Stiftskirche ihre Stundengebete und feiern lateinische Messen. Damit ist die geplante Wiederbesiedelung des Klosters einen Schritt weiter vorangeschritten. Bei der Görlitzer Bistumswallfahrt am 3. September nach Neuzelle soll die "Vorhut" in den typischen schwarz-weißen Gewändern ihres Ordens offiziell von Bischof Wolfgang Ipolt willkommen geheißen werden.

Saniert und restauriert

Rund 550 Jahre war das Kloster Neuzelle südlich von Frankfurt an der Oder ein bedeutender Standort der Zisterzienser. Davon zeugt heute noch der gut erhaltende Baukomplex, der jährlich rund 120.000 Besucher anzieht. Neuzelles Architektur ist das nördlichste Beispiel süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa. Doch monastisches Leben findet seit 200 Jahren nicht mehr statt hinter den alten Mauern, die in den vergangenen Jahren für 50 Millionen Euro saniert und restauriert wurden. 1817 hatte Preußen die Anlage mit umfangreichen Ländereien verstaatlicht. Jetzt ist sie im Besitz der landeseigenen Stiftung Stift Neuzelle.

Im vergangenen Jahr bahnte sich indes eine Wende an. Von Bischof Ipolt, zu dessen Bistumsgebiet Neuzelle gehört, kam die Initiative zu einem mönchischen Neustart in der 4.300-Einwohner-Gemeinde, die bis heute ein katholischer Wallfahrtsort in evangelischer Umgebung ist.

Zisterzienser mit wachsendem Zulauf

Ipolt wandte sich an das Stift Heiligenkreuz. Entgegen dem Trend in den meisten anderen Ordensgemeinschaften hat die Zisterzienserabtei wachsenden Zulauf. Im vergangenen November gab sie grünes Licht für das Projekt.

Jetzt nimmt es konkrete Formen an. Vom Wienerwald an die Oder wechseln als erstes die Patres Simeon Wester (52), Kilian Müller (40), Philemon Dollinger (37) und Aloysius Maria Zierl (27). Vier weitere Ordensbrüder sollen folgen, mit denen ein Jahr später die Wiederbesiedlung pünktlich zum 750-Jahr-Jubiläum der Gründung des Klosters abgeschlossen sein soll.

An den heutigen Eigentumsrechten der Stiftung ändert die Rückkehr der Ordensmänner indes nichts. "Wir akzeptieren die Besitzverhältnisse", versichert Pater Simeon, "uns gehört hier nichts, und wir wollen niemanden vertreiben". Zwar haben er und die anderen Mönche das uneingeschränkte Nutzungs- und Hausrecht. "Aber wir werden hier kein Brot backen, kein Bier brauen und keinen Wein anpflanzen", kündigt der gebürtige Rheinländer an. Die kleine Gemeinschaft will in Neuzelle ein geistliches Zentrum aufbauen, das über den Ort hinaus ausstrahlen soll.

Suche nach Schlafplätzen

Als Prior hat Pater Simeon bereits in Heiligenkreuz ein leitendes Amt inne und wird diese Funktion auch in Neuzelle wahrnehmen. Im Mutterkloster war er überdies Dozent für Kirchenmusik der Gregorianik. Als Kantor hatte er maßgeblichen Anteil am Erfolg einer CD mit klösterlicher Chormusik, die ein breites Publikum erreichte.

Die Aufgabe des Ökonoms der neuen Neuzeller Gemeinschaft wird Pater Kilian Müller übernehmen, ein gebürtiger Hesse und studierter Diplomkaufmann. Pater Philemon Dollinger stammt aus Schwaben und hat Pädagogik studiert. Ab kommendem Schuljahr will er an der katholischen Grundschule von Neuzelle unterrichten. Der aus Bayern stammende Pater Aloysius Maria Zierl soll die hauswirtschaftlichen Aufgaben der Gemeinschaft übernehmen.

Wo sie auf dem Klostergelände dauerhaft wohnen wird, ist noch nicht geklärt. Alle geeigneten Gebäude sind bereits für museale und administrative Zwecke sowie durch eine Privatschule genutzt. Daher beziehen die Mönche vorerst das katholische Pfarramt, die frühere Sommerresidenz der Neuzeller Äbte. Von dort aus müssen sie das Organisationstalent ihres Ordens erneut unter Beweis stellen.

Rocco Thiede
(KNA)

Sonderseite zur KirchenMusikWoche im Erzbistum Köln

Konzerte, Gottesdienste, Orgelstunden und Talk: Hier geht es zu unserer Berichterstattung!

Das DOMRADIO.DE WM-Tippspiel

Tippen Sie kostenlos gegen Schwester Katharina die Fußball-WM. Für jeden Mitspieler spenden wir für einen guten Zweck! Den Gewinner erwartet eine Überraschung.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.06.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Weltflüchtlingstag: Kirche unterstützt verfolgte Menschen
  • Interview mit Pfr. Franz Meurer: Gibt es Sozialneid zwischen bedürftigen Menschen?
  • Sommerzeit ist Pilgerzeit: warum fasziniert Santiago de Compostela so sehr?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    20.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,1–6.16–18

  • Abbé Georges Edouard Lemaître
    20.06.2018 09:20
    Anno Domini

    Abbé Georges Edouard Lemaître

  • Matthäusevangelium
    21.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,7-15

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen