Unterricht
Schüler im Unterricht
Niels-Stensen-Gymnasium in Hamburg-Harburg
Niels-Stensen-Gymnasium in Hamburg-Harburg
Schulleiter Winfried Rademacher
Schulleiter Winfried Rademacher

27.06.2017

Erzbistum Hamburg stellt seine Schulen auf den Prüfstand Aufgabe einzelner Standorte

"Eine schöne Tradition" nennt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz die katholischen Schulen in der Hansestadt. Doch die Zukunft mancher Standorte ist ungewiss. Steigende Investitionsbedarfe zwingen das Erzbistum zum Sparen.

Zwar sind die Katholiken in Norddeutschland in der Minderheit. Was die Bildungslandschaft angeht, sind sie jedoch stark vertreten: 25 katholische Schulen mit mehr als 10.000 Schülern liegen auf dem Gebiet des Erzbistums Hamburg, davon 21 allein in der Hansestadt. "Eine schöne Tradition", wie der Erste Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) kürzlich betonte. Er hoffe, dass sie noch lange fortbestehe.

Auf dem Prüfstand

Doch die Zukunft der Bildungseinrichtungen steht auf dem Prüfstand. Steigende Investitionsbedarfe stellen das Erzbistum vor große finanzielle Herausforderungen. Eine neu gegründete Abteilung "Schule und Hochschule" ist aktuell dabei, das katholische Schulsystem unter die Lupe zu nehmen und mit Hilfe von Experten wirtschaftlich neu aufzustellen. Ergebnisse sollen bis spätestens Anfang 2018 vorliegen, bis dahin wird an vielen Standorten erst einmal nicht gebaut oder saniert.

Baupläne hat mancher Schulleiter bereits in der Schublade liegen, wie beispielsweise Winfried Rademacher vom Niels-Stensen-Gymnasium im Hamburger Stadtteil Harburg. Zwar schmückt ein fünfstöckiger Neubau das Gelände. Doch die Anmeldezahlen steigen, ein weiteres Gebäude müsste her. Zwei Klassen werden in Containern unterrichtet. Auf mindestens zehn Millionen Euro schätzt Rademacher die nötigen Investitionen.

Sparmaßnahmen des Erzbistums

Geld, das das Erzbistum im Moment nicht hat. Erzbischof Stefan Heße will bis 2020 jährlich 20 Millionen Euro in seinem Haushalt einsparen. Die wirtschaftliche Konsolidierung des Schulsystems ist neben der Finanzierung der Caritas und der Neuordnung der Gemeinden eine der größten Herausforderungen der Diözese.

Der katholische Schulverband, der bis vor kurzem Träger der 21 Schulen in Hamburg war, stand kurz vor der Pleite. In der Pensionskasse klaffte ein großes Loch. Heße zog die Notbremse: Der Verband wurde Ende 2016 aufgelöst, die Trägerschaft ging direkt auf das Erzbistum über, das nun entsprechende Rücklagen aufbauen muss.

Die Leitung der dort angesiedelten neuen Schulabteilung übernahm Christopher Haep: "Die Frage ist, wie Schule im laufenden Betrieb wirtschaftlich rentabel und somit zukunftsfähig sein kann", sagt er.

Allein der laufende Betrieb schlägt jährlich mit rund 55 Millionen Euro zu Buche. 85 Prozent finanziert der Staat, 15 Prozent kommen aus Schulgeld und Anteilen des Erzbistums. Ebendiesen Anteil der Diözese gelte es zu reduzieren, damit Freiräume beispielsweise für größere Bauprojekte und Sanierungen geschaffen würden.

Schließung von Schulen?

Die Aufgabe einzelner Schulen will Haep daher nicht ausschließen: "Nach allem, was ich bisher überschaue, werden wir zukünftig von weniger Schulstandorten ausgehen müssen." Dabei denke er allerdings auch an Zusammenlegungen benachbarter Schulen in der dicht besiedelten Hansestadt.

Eine Option, die sich in den Flächenländern Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nicht bietet. Betreiber der dortigen vier katholischen Schulen ist die selbstständige Bernostiftung, die jedoch vom Erzbistum bezuschusst wird. Das Gebäude der Edith-Stein-Schule in Ludwigslust ist marode. Eine Elterninitiative kämpft für einen Neubau. Die Lübecker Johannes-Prassek-Schule ist seit ihrer Neugründung im Jahr 2009 nur Mieter in einer städtischen Schule, seit 2013 sind mehrere Klassen in Containern untergebracht. Auch dort muss neu gebaut werden.

Standortentscheidungen

Entscheidungen schiebt das Erzbistum schon seit Monaten vor sich her. Laut Haep soll sich das bald ändern: "Hier geht es um Standort-Entscheidungen, die nicht länger warten können." Sie sollten noch in diesem Jahr fallen, kündigt er an. 

Parallel zur wirtschaftlichen Konsolidierung hat Haep auch die Erarbeitung eines neuen inhaltlichen Leitbilds für die katholischen Schulen angestoßen. Er ist sich bewusst: "Es geht um die Zukunft der religiösen Bildung im Erzbistum - und darum, wie Kirche mit ihren religiösen Bildungsangeboten wachsen kann."

Ein Argument, das auch Schulleiter Winfried Rademacher anführt: "Wenn die Kirche Geld für Kitas und Schulen in die Hand nimmt, ist es in meinen Augen gut investiert. Schließlich ist die Jugend die Zukunft der Kirche."

Michael Althaus
(KNA)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Versteigerung Kardinal Meisners Nachlass
  • Kompromiss im Fall Maaßen?
  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Kongress gegen Fremdenfeindlichkeit im Vatikan
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    20.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 7,36–50

  • Reims: Glasfenster von Wolfgang Knoebel
    20.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Kathedrale in Flammen

  • Matthäusevangelium
    21.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 9,9–13

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen