Georg Bätzing
Georg Bätzing

18.09.2016

Ab Sonntag ist Georg Bätzing Bischof von Limburg "Kein Fürst"

Als Bischof nach Limburg zu gehen, sei gegenwärtig "schon ziemlich was Anderes, als woanders hin", sagt Georg Bätzing. An diesem Sonntag wird er im Dom zu Limburg zum Bischof geweiht und in das Amt eingeführt.

Bischof von Limburg: Das ist - so war und ist zu hören und zu lesen - ein "schwerer Job", eine "Herkulesaufgabe". Also müsste dem künftigen Limburger Bischof Georg Bätzing angst und bange sein. Ist ihm aber nicht.

Seine Ernennung durch Papst Franziskus am 1. Juli brachte den bisherigen Trierer Generalvikar nach eigenem Bekunden nicht aus der Ruhe. Und wer ihn in diesen Tagen erlebt, inmitten des gewaltigen Medienrummels, glaubt es sofort: Bätzing freut sich darauf, ab Sonntag Bischof von Limburg zu sein. Dann nämlich wird er in einem Festgottesdienst im Dom der Lahnstadt zum Bischof geweiht und in sein neues Amt eingeführt.

Limburg ist schon besonders

Bei aller Gelassenheit weiß der 55-Jährige eines ganz genau: "Als Bischof nach Limburg zu gehen, ist gegenwärtig schon ziemlich was Anderes als woanders hin." Das hat mit der jüngeren Vergangenheit zu tun, will sagen: mit der von vielen als autoritär empfundenen Amtsführung seines vor zweieinhalb Jahren zurückgetretenen Vorgängers Franz-Peter Tebartz-van Elst. Da habe es, so Bätzing, viele Verletzungen gegeben, und das Vertrauen in die Amtsführung des Bischofs sei geschwunden.

Für den Neuen ist daher klar, dass es zunächst immer noch vor allem darum geht, Vertrauen zurückzugewinnen. "Der Bischof ist kein Fürst und Monarch, der auf niemanden zu hören braucht", sagt Bätzing. Nötig seien Dialog und Kommunikation. Er sei jemand, der auf andere angewiesen sei. Ist dies das Eingeständnis, ohne andere hilflos zu sein? Mitnichten. "Ich kann Entscheidungen treffen, aber ich vergemeinschafte gerne die Beratung dahin."

Zu Bätzing passt, dass die unter der Regie von Tebartz-van Elst errichtete schlagzeilenträchtige Bischofsresidenz auf dem Domberg nicht zu ihm passt. Er weiß aber auch: "Ich kann um das Ding keinen Bogen machen." Und so wird denn das "Ding" zwar sein Dienstsitz sein, wohnen aber wird er nach einer kurzzeitigen Übergangslösung in einem in den 1950er Jahren erbauten Einfamilienhaus, das dem Bistum gehört.

Der künftige Limburger Bischof, der in Niederfischbach im Westerwald aufwuchs, wurde 1987 in Trier zum Priester geweiht. Von 1996 bis 2010 war er als Leiter des Priesterseminars für die Priesterausbildung im Bistum Trier verantwortlich. Er war Leiter der für dieses Jahrhundert ersten Trierer Heilig-Rock-Wallfahrt im Jahr 2012 und leitete dann als Generalvikar das Bistum Trier im Bereich der Verwaltung.

Wahlspruch "Führe zusammen"

Nach so vielen Jahren in Trier stammt denn auch Bätzings bischöflicher Wahlspruch "Congrega in unum" (Führe zusammen) aus der Moselstadt. Er ist einem Gebet entnommen, das im Zusammenhang mit der Verehrung des im Trierer Dom aufbewahrten und in der Tradition als Leibrock Jesu geltenden Heiligen Rocks gesprochen wird. Da heißt es: "Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist."

"Führe zusammen" - auch Tebartz-van Elst und das Bistum Limburg? Da sei es bislang zu keiner Versöhnung gekommen, sagt Bätzing. Und er kündigt an, Schritte in Richtung Versöhnung zu gehen und das Gespräch mit seinem Vorgänger zu suchen. Sobald der erste Rummel rund um die Bischofsweihe überstanden ist.

Peter de Groot
(KNA)

Hilfe für Opfer der Unwetterkatastrophe

Nothilfe für die Betroffenen der Fluten in Deutschland:

Caritas International Spendenkonto

Die neue App von DOMRADIO.DE

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Tageskalender

Radioprogramm

 26.07.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trauer um Jesuitenpater Bernd Hagenkord
  • Benedikt XVI. distanziert sich vom Begriff "Entweltlichung"
  • Corona-Krise in Kuba: Gesundheitsministerium wendet sich an Caritas
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Trauer um Jesuitenpater Bernd Hagenkord
  • Benedikt XVI. distanziert sich vom Begriff "Entweltlichung"
  • Corona-Krise in Kuba: Gesundheitsministerium wendet sich an Caritas
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Jesuit Stark würdigt verstorbenen Pater Hagenkord
  • Wie grün ist das Erzbistum Köln? Umweltbeauftragter im Gespräch
  • Flutkatastrophe: Enorme Herausforderung für Bestatter
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Jesuit Stark würdigt verstorbenen Pater Hagenkord
  • Wie grün ist das Erzbistum Köln? Umweltbeauftragter im Gespräch
  • Flutkatastrophe: Enorme Herausforderung für Bestatter
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Himmelklar Podcast

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Die ganze Bibel im Ohr! Jetzt spenden!