Erzbischof Ludwig Schick
Erzbischof Ludwig Schick

25.07.2016

Erzbischof Schick betet für Opfer des Anschlags von Ansbach Für Frieden und Sicherheit

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat mit Betroffenheit auf die Nachrichten über einen Anschlag in Ansbach reagiert. "Wir teilen Leid, Ängste und Sorgen der Menschen", schreibt Schick auf Twitter.

Er bete für die Verletzten und um Frieden und Sicherheit. Das fränkische Ansbach liegt auf dem Territorium des Erzbistums Bamberg. Am Sonntagabend hatte ein 27-Jähriger vor einem Musikfestival in der Kleinstadt einen Sprengsatz gezündet und sich damit selbst getötet.

Schick: Psychosoziale Betreuung verbessern

Erzbischof Schick dankte den Einsatzkräften vor Ort, die sich um die Menschen und die Aufklärung der Hintergründe der Tat bemühten. Zugleich stellte er sich hinter die Forderung, rechtskräftig entschiedene Rückführungen auch unverzüglich durchzuführen. Außerdem müsse die psychosoziale Betreuung von Flüchtlingen verbessert werden, "insbesondere wenn psychische Probleme bekannt sind".

Nach den bisherigen Ermittlungen hatte der Täter von Ansbach bereits zwei Suizidversuche unternommen. Sein Asylantrag war vor einem Jahr abgelehnt worden, er lebte nur noch mit einer Duldung seit vergangenem Sommer in der mittelfränkischen Stadt. Wegen verschiedener Delikte war er der Polizei bekannt.

Der Erzbischof appellierte an die Menschen, sich nicht von Ängsten beherrschen zu lassen. "Gespräche miteinander und mit Gott im Gebet helfen, Angst zu überwinden." Ängste dürften nicht das Leben und Handeln bestimmen, sonst werde die Gesellschaft noch unsicherer, "und der Terror hat gewonnen".

Unklarheit über Motive

Bei dem Anschlag wurden nach jüngsten Medienberichten zwölf Menschen verletzt, drei davon schwer. Zu den Motiven herrscht noch Unklarheit; Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, ein islamistischer Hintergrund sei "sehr naheliegend".

Nach den jüngsten Anschlägen in Bayern warnte Bundesinnenminister Thomas de Maizière davor, Asylbewerber generell unter Terrorverdacht zu stellen. "Wir dürfen Flüchtlinge nicht unter Generalverdacht stellen, auch wenn es in einzelnen Fällen Ermittlungsverfahren gibt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). "Wir sprechen aktuell von 59 Ermittlungsverfahren wegen eines Verdachts der Verwicklung in terroristische Strukturen, und das bei vielen Hunderttausend neu angekommenen Menschen." Die allermeisten Hinweise in diese Richtung hätten sich bisher als unwahr herausgestellt.

In Berlin erklärte der Innenminister, die Gewalttaten von Reutlingen und Ansbach hätten ihn erneut erschüttert. Sein Mitgefühl gelte den Opfern und Verletzten. De Maizière kündigte für Montagnachmittag eine Erklärung an. Zuvor will er sich von den Chefs der Sicherheitsbehörden informieren lassen. Er erhoffe baldige Gewissheit über die Motivation der Täter, sagte de Maizière.

De Maizière will Flüchtlingszahl verringern

Der CDU-Politiker hob die Bemühungen hervor, die Zahl der Flüchtlinge "nachhaltig auf ein niedrigeres Niveau zu bekommen". Weil das Leid in der Welt aber nicht weniger werde, "müssen wir einerseits unsere Außengrenzen besser schützen, und andererseits Flüchtlinge auf sicherem und legalem Wege in angemessener Zahl direkt aus Krisenregionen in Europa und damit auch in Deutschland aufnehmen". Nur so könne das Geschäft der Schlepper zerstört werden.

Die Flüchtlingsaufnahme müsse von der Schutzbedürftigkeit des Flüchtlings abhängen und nicht von Erpressungszahlungen an Schlepper, betonte der Minister. Eine legal gesteuerte Aufnahme diene auch der Sicherheit. "Wir können bereits vor der Einreise eine Sicherheitsüberprüfung durchführen", sagte er. "Das halte ich für den richtigen und sicherheitspolitisch zwingenden Weg, und daran arbeiten wir."

(KNA, epd)

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