Bischof Norbert Trelle
Bischof Norbert Trelle

03.06.2016

Bischof Trelle spricht sich bei Jahresempfang für sachliche Flüchtlingsdebatte aus Für friedliche "Menschheitsfamilie"

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle ruft zu mehr "Sachlichkeit und Weitsicht" in der Flüchtlingsdebatte auf. Beides sei unverzichtbar, um die "fraglos schwierige" Integration bewältigen zu können, betonte Trelle beim Jahresempfang des Bistums.

Zu dem Empfang kamen rund 200 Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kultur am Donnerstagabend in Hildesheim. Die Debatte werde von "Stammtischen und Parlamenten" zuweilen sehr emotional geführt. "Dumpfe Parolen vermeintlich besorgter Bürger" schürften bei vielen Verunsicherungen und Ängste. So könne die Idee einer friedlich zusammenlebenden "Menschheitsfamilie" nicht verwirklicht werden, warnte Trelle.

Der Gründungsdirektor des Erlanger Zentrums für "Islam und Recht in Europa", Mathias Rohe, wies in seiner Festrede darauf hin, dass die historische Vergangenheit Deutschlands "alles anderes als eine einheitliche abendländische Kultur" biete. Es sei eine "Vereinfachung", von einer christlich-homogenen Struktur zu sprechen und alles andere als Fremdkörper zu empfinden.

Manchmal hege er den Verdacht, so Rohe weiter, dass die "jüdisch-christlich-abendländische Kultur" nicht aus historischen Gründen, sondern mit dem Hintergedanken beschworen werde, "dass Judentum nur einzugemeinden, um andere auszugrenzen." Dies schmerze ihn.

Jurist: Grundlagen des Rechts vermitteln

Die meisten in Deutschland lebenden Muslime seien "wie wir alle Alltagsmenschen, die Ja zu unserer Rechtsordnung sagen, ohne groß darüber nachzudenken - weil sie sich bewährt hat", erklärte der Jurist. Über die Grundlagen des deutschen Rechts dürfe nicht verhandelt werden: "Aber wir müssen sie auch entsprechend vermitteln."

Manche Flüchtlinge hätten ein völlig anderes Verständnis von einer Rechtsordnung, erklärte Rohe. Daher müsse kommuniziert werden, dass der Staat in Deutschland "der Freund und Helfer" der Menschen und nicht etwa der Feind sei. Gerade im Asylrecht gebe es auch "harte Entscheidungen", räumte er ein. Grundsätzlich gehe es darum, "in der Sache fest zu bleiben, aber dabei die Menschlichkeit nicht zu vergessen".

Rohe betonte, Muslime müssten in Bezug auf die Religionsfreiheit hinnehmen, dass Menschen ihren Glauben wechseln dürften. "Dies kann der Islam aufgrund der Exegese seiner eigenen Quellen", so Rohe. Er verwies auf die Islamcharta des Zentralrats der Muslime in Deutschland, in der genau dieser straffreie Abfall vom Glauben festgeschrieben sei.

(KNA)

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