Wunibald Müller
Wunibald Müller

23.04.2016

Müller als Leiter des Recollectio-Hauses verabschiedet Tschüss, Wunibald

Wunibald Müller (65), Leiter des Münsterschwarzacher Recollectio-Hauses, ist am Samstag in den Ruhestand verabschiedet worden. Zugleich wurde sein Nachfolger Ruthard Ott offiziell eingeführt.

Er war zuvor Diözesanbeauftragter für die Pastoralsupervision. Zudem feierte die Einrichtung für kirchliche Mitarbeiter Lebenskrisen ihr 25-jähriges Bestehen. In dieser Zeit haben nach Angaben Müllers 1.600 Teilnehmer Kurse besucht, außerdem hat es 400 Einzelkontakte gegeben.

Müller sagte zum Abschied, diese Menschen seien mutig, zu ihrer Schwäche zu stehen und sich helfen zu lassen. Dies wünsche er sich auch von Menschen in Leitungsfunktionen in der Kirche. Dann wäre ihr so "mancher Skandal und manches Verhalten erspart geblieben". Er habe es als seine Aufgabe verstanden, so Müller, strukturelle Probleme zu benennen, auch wenn das immer wieder zu Beschwerden geführt habe, etwa von der Glaubenskongregation. Hier habe die Benediktinerabtei Münsterschwarzach, bei der das Recollectio-Haus angesiedelt ist, immer zu ihm gehalten.

Contra Zölibat

Weiter meinte Müller, er werde auch künftig klar Stellung beziehen, "damit ich weiter von meiner Kirche sprechen kann". Der Theologe wiederholte seine Forderung nach Aufhebung des Pflichtzölibats, "die Zeit dafür ist reif." Außerdem wünsche er sich, dass die Kirche klar zu schwulen Priestern stehe. Eine Instruktion, die sie von der Weihe ausschließe, müsse eingeschränkt werden. Außerdem werde die Zeit kommen, dass sich die Kirche noch für das Unrecht an Frauen entschuldigen müsse. Diese dürften nicht länger von den Weiheämtern ausgeschlossen bleiben.

Der Abt des Klosters, Michael Reepen, dankte Müller dafür, dass er bei Konflikten und Beschwerden immer zu loyalen, brüderlichen Lösungen bereit gewesen sei. Das Recollectio-Haus sei seit 25 Jahren eine "aktuelle und erfolgreiche Antwort" auf die Nöte von Kirchenmitarbeitern, so Reepen. "Gottes Kraft ist in diesem Haus so lebendig, weil so viel Schwäche dasein darf."

Recollectio-Haus

Getragen wird die Einrichtung von der Benediktinerabtei und von den (Erz-)Bistümern Augsburg, Freiburg, Fulda, Limburg, Mainz, München-Freising, Paderborn, Rottenburg-Stuttgart und Würzburg. Angeboten werden vierwöchige sowie dreimonatige Kurse. Ein Team aus Psychotherapeuten und geistlichen Begleitern betreut die Teilnehmer. Neben spirituellen und psychologischen Angeboten können sie auch in den Werkstätten des Klosters mitarbeiten oder Sportangebote wahrnehmen.

(KNA)

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