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Weihbischof Ansgar macht gern Selfie-Videos
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23.04.2016

Kirchen suchen weiter nach der richtigen Internet-Strategie Mit Jesus unterwegs im "Neuland"

Internet - Teufelszeug oder Heilsbringer? In den Kirchen ist diese Debatte nicht totzukriegen. Auch bei der Tagung über "Kirche im Web". Neben der Netzpolitik geht es auch um Beispiele gelungener Internet-Aktivitäten.

Internet als "Neuland" - das geflügelte Wort von Kanzlerin Angela Merkel könnte auch von dem einen oder anderen Bischof in Deutschland stammen. Hier gebe es noch immer zu viel "naiven Kulturpessimismus", beobachtet Andreas Büsch, der Leiter der Clearingstelle Medienkompetenz der katholischen Bischofskonferenz. "Wir brauchen hier keinen naiven, aber viel mehr kritischen Optimismus bei kirchlichen Entscheidungsträgern".

Oder wie die evangelische Theologin und Publizistin Johanna Haberer ergänzt: "Warum haben wir keinen Sascha Lobo bei den Kirchen, keinen prominenten ökumenisch-digitalen Cheflobbyisten in der Netzpolitik?" Büsch, Haberer und viele weitere Experten und Akteure diskutierten jetzt in Stuttgart über Digitalisierung und Gesellschaft bei der diesjährigen Studientagung "Kirche im Web 2.0", veranstaltet von den Akademien der Bistümer Rottenburg-Stuttgart und Münster mit der kirchlichen Medien-Dienstleistungsgesellschaft MDG.

Kirchliche Netz-Strategie?

Natürlich sind die Kirchen seit vielen Jahren im WorldWideWeb unterwegs - mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber haben sie wirklich eine Strategie? Oder wie ein Teilnehmer fragt: "Gehen wir dahin, wo die Menschen sind, wie es ureigener Auftrag der Kirche ist?"

Versuche gibt es viele, von denen einige Beispiele vorgestellt wurden. Und die gehen längst über "klassische" soziale Medien wie Twitter und Facebook hinaus: So hat etwa das Bistum Münster einen eigenen Kanal auf dem rasant wachsenden Kurznachrichtendienst Snapchat gestartet, der gerade bei 13- bis 24-Jährigen besonders populär ist. Nicht mit hochtheologischen Debatten, sondern mit niederschwelligen und unkonventionellen Angeboten für Jugendliche.

Auch das Portal katholisch.de probiert neue Wege aus, etwa wenn es Nutzer der populären Bildplattform Instagram unter #instakirche zu Erkundungstouren durch besondere Kirchen einlädt. Benediktinerbruder David Damberg aus Hannover stellte in Stuttgart die Cella Sankt Benedikt vor, die sich von einer klassischen Ordenshomepage zum Internet-Magazin unter dem Motto "Klosterleben als Lifestyle" entwickelt.

Kinder beantworten Glaubensfragen

"Können Engel wirklich fliegen?" oder "Hatte Jesus Superkräfte?" Mit solchen Fragen beschäftigt sich Reliki im Bistum Osnabrück. Hier beantworten Kinder anderen Kindern Fragen zu Glauben und Religion - mit Texten, Bildern, Spielen und kleinen Videos. Wobei die Macher auch hier die ständige Gratwanderung meistern müssen zwischen theologisch-korrekter und unterhaltsam-verständlicher Vermittlung.

Neben diesen und anderen Beispielen spielt aber auch in der klassischen Seelsorge das Internet eine immer wichtigere Rolle:

"Online-Seelsorge geht längst darüber hinaus, nur erste Kontakte übers Netz zu knüpfen, die möglichst schnell zu persönlichen Treffen führen", betont etwa Stefanie Uphues vom Haus der Seelsorge im Bistum Münster. "Immer mehr Menschen suchen bewusst den anonymeren und geschützteren Rahmen der Seelsorge über Chats, Mails und andere Internet-Kanäle." Die Angst, virtuelle Kommunikation sei unpersönlich und ersetze persönliche Kontakte, ist deutlich geringer geworden, aber längst noch nicht verschwunden in den Kirchen.

Weihbischof Ansgar auf domradio.de

Zu den katholischen Bischöfen, die selbst online aktiv sind, zählen etwa Stefan Oster in Passau mit seinen Aktivitäten auf Facebook oder Ansgar Puff in Köln, der mit täglichen Selfie-Videos zum Abendgebet auf domradio.de einlädt.

Darüber hinaus arbeiten die Bischöfe an einer aktuellen netzpolitischen Positionierung. Hier geht es um Chancen und Strategien sowie um Medienbildung, aber auch darum, kritische Aspekte des Netzes deutlich zu benennen, so Andreas Büsch: "Von Datenschutz- und Urheberrechtsfragen über Teilhabe und Zugangsgerechtigkeit bis zur Frage, wie weit man sich großen Konzernen wie Google oder Facebook unterwirft und welche Folgen das haben kann."

Sein Kurzfazit: "Augen auf, aber mutig nach vorne gehen". Und das trotz weiterhin bestehender Hürden im Alltag: "Wenn ich ein Dienst-Smartphone bekomme, dieses aber bei Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen allenfalls wie ein altes Tastentelefon nutzen darf, dann nehme ich doch weiter mein privates."

Gottfried Bohl
(KNA)

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