Hof der Propsteikirche
Letzte Vorbereitungen im Hof der Propsteikirche
Bischof Koch
Bischof Koch

08.05.2015

Bischof Koch: Neue Propsteikirche lädt ein Zeichen des wachsenden Glaubens

Unmittelbar vor der Weihe der Leipziger Propsteikirche zeigt sich Bischof Heiner Koch sehr bewegt. Es sei ein großes Zeichen für Stadt und Kirche. Der Glaube wachse wieder in der Diaspora, so der Bischof von Dresden-Meißen.

domradio.de: Dass so eine große Kirche geweiht wird, ist heutzutage selten. Wie ist das für Sie persönlich?

Heiner Koch (Bischof von Dresden-Meißen): Für mich ist das sehr bewegend, dass wir tausend Jahre nachdem zum ersten Mal die Stadt Leipzig erwähnt worden ist, mitten im Zentrum die erste katholische Kirche nach langer Zeit wieder errichten. Das ist ein großes Zeichen für die Stadt, das ist ein großes Zeichen für unsere Gemeinde, für unsere Kirche, für die christliche kirchliche Situation in Leipzig. Es ist allerdings schon die dritte Kirche, in den zwei Jahren seit ich Bischof von Dresden-Meißen bin. Das zeigt, dass der Glaube und die Kirche hier wachsen.

domradio.de: Gucken wir uns die Propsteikirche genauer an. Die Kirche setzt auf moderne Architektur, auf klare Linien auch im Innenraum. Wie gefällt Ihnen der Neubau?

Bischof Koch: Zunächst dachte ich, der ist aber sehr sachlich, aber inzwischen habe ich den Bau liebgewonnen. Ich habe ihn immer wieder besucht. Diese klare edle Einfachheit, diese deutliche Mystik des Lichtes… Es lebt ja wesentlich von dem Licht, das in diese Kirche einfällt, ohne elektrisches Licht tagsüber voll im Glanz. Es lebt von den Farben der heiligen Stätte, des Altares, des Beichtstuhls, des Kreuzes, des Taufbeckens. Es lebt von der Konstruktion des Dreiecks, es ist eine Trinitatis, eine Dreifaltigkeitskirche und vor allen Dingen lebt es von der einladenden Geste.

Es ist schon eindrucksvoll, dass ein 22 Meter langer Vorraum ohne Säulen geschaffen wurde, der 7 Meter über der Fußgängerpassage dort steht. Die Leute werden eingeladen, hineinzukommen und kommen dann in eine große Fenstervitrine von innen erleuchtet, wo die ganze heilige Schrift abgedruckt ist. Die Kirche wurde bewusst gebaut in Hinblick auf die vielen Menschen, die den Glauben nicht kennen, die keine Berührung mit Kirche und Christentum bisher gehabt haben. Hier in Leipzig sind über 80 Prozent der Menschen nicht getauft. Es ist eine Einladung, schlicht, ohne zu vereinnahmen, aber sehr sehr offen und herzlich. Natürlich, nichts ist ohne die lebendige Gemeinde, die dahinter steht.

domradio.de: So ein Neubau ist ja nicht ganz billig, Papst Franziskus warnt regelmäßig vor zu großem Reichtum - warum ist dieser Neubau dennoch nötig?

Bischof Koch: Erstens finde ich diesen Bau kostengünstig, er ist die Kosten wert. Uns wurde immer wieder bescheinigt, wie preisgünstig, aber auch wie solide und umweltfreundlich und umweltverträglich wir gebaut haben. Ich finde dies überhaupt keine hohe Summe. Zweites ist er gerade im Sinne von Papst Franziskus, der uns aufruft, von der Freude der Nähe Gottes zu zeugen. Es ist ganz wichtig, dass wir mitten in diese Stadt, im Zentrum gegenüber dem Rathaus solch ein Zeichen der Freude und des Glaubens setzen. Wir haben drittens wirklich versucht, so einfach zu bauen. Wenn Sie diese Kosten vergleichen mit anderen Bauten in Deutschland, wo nur noch von Milliarden die Rede ist, ist das ein sehr bescheidener Bau.

domradio.de: Wie wird am Wochenende die Weihe und der große Umzug der ganzen Gemeinde ablaufen?

Bischof Koch: Die Gemeinde hat am letzten Wochenende schon den letzten Gottesdienst gefeiert. Sie wird heute Nacht in einer großen Vigil-Feier bis zur neuen Kirche ziehen. Sie hat ja eine alte Kirche draußen gehabt, die ist baufällig geworden und viel zu klein gewesen. Dann werden wir morgen um 11 Uhr vor dem Gottesdienst feiern, der Ministerpräsident und der Nuntius werden kommen, es wird eine päpstliche Botschaft geben. Franziskus hat uns gestern eine eigene Botschaft zugesandt, eine wirklich bewegende Botschaft, in der er uns ermutigt zu diesem Bau und Gottes Segen wünscht. Das wird vorgelesen und dann werde ich an die Tür klopfen, mit einem Kreuzzeichen hineingehen, das Taufbecken wird gesegnet und wir werden uns und die Kirche mit Weihwasser segnen lassen. Ich werde vor der ersten Lesung den Ambo segnen und nach der Predigt vor der Gabenbereitung den Altar salben. Das ist eine ganz eindrucksvolle Zeremonie, die uns daran erinnert, dass der Altar für den gesalbten Christus steht. Mit einer Lichtfeier wird diese Salbungsfeier abgeschlossen im Weihegebet. Das ist eine lange Feier, ich bin froh, dass das Fernsehen, der Mitteldeutsche Rundfunk, die Feier zwei Stunden lang überträgt.

Das Interview führte Verena Tröster.

(dr)

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