Trauer in Haltern
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Trauer in Haltern

24.03.2015

Notfallseelsorge nach Flugzeugabsturz "Karfreitag in Haltern"

Einen Tag nach dem Flugzeugabsturz in Südfrankreich sind vor allem auch die Notfallseelsorger gefragt. "Gestern ist so etwas wie Karfreitag in Haltern angebrochen", sagte der Halterner Dechant Martin Ahls im Gespräch mit domradio.de.

Schüler und Lehrer am Joseph-König-Gymnasium im westfälischen Haltern am See trauern um ihre 16 Mitschüler und zwei Lehrerinnen, die bei dem Absturz eines deutschen Airbus in den französischen Alpen ums Leben gekommen sind. Etwa 20 Seelsorger seien am Dienstag nach Bekanntwerden des Unglücks an der Schule im Einsatz gewesen, sagte Ahls. In der katholischen St. Sixtus-Gemeinde in Haltern, in der Ahls Pfarrer ist, hat am Dienstag ein Gedenkgottesdienst für die Trauernden stattgefunden. "Wir werden hier sicher auch für die nächsten Tage und Wochen nach Wegen suchen, wie wir für die Menschen in der Stadt - vor allem für die Angehörigen, für die Mitschülerinnen und Mitschüler, für die Lehrerinnen und Lehrer - Räume schaffen können, die das Leben mit dem Tod verbinden."

Krisenteams in der Stadt kümmern sich um Familien und Angehörige der Opfer. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) sagte am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin", das Lehrerkollegium sei vom schulpsychologischen Dienst auf die Gespräche mit den Schülern am Mittwoch vorbereitet worden. Löhrmann hat am Vormittag an einem Treffen in der Aula der Schule zum Gedenken an die Opfer teilgenommen.

"Das Unfassbare aushalten"

Christoph Dörpinghaus von der Notfallseelsorge Düsseldorf, einer Einrichtung der evangelischen und katholischen Kirchen, war am Flughafen im Einsatz. Es sei für die Seelsorger dort vor allem darum geganen, gemeinsam mit den Angehörigen "das Unfassbare auszuhalten", sagte Dörpinghaus im domradio.de-Gespräch. Der Tod könne zunächst nicht begriffen werden, da das Unglück weit entfernt geschehen sei. Die Seelsorger würden in so einer Situation vor allem erst einmal für die Familien da seien und den Angehörigen die Hand halten. 

Viele hätten das Bedürfnis an die Absturzstelle zu fahren. "Solange es keine wirkliche Todesnachricht gibt, solange gibt es auch Hoffnung", so Dörpinghaus. "Der Kopf weiß, es gibt keine Hoffnung, und das Herz spricht eine andere Sprache." Die örtlichen Behörden in Südfrankreich stellen sich auf die Ankunft der Angehörigen ein. In der Sporthalle des Alpenortes Digne sollten 800 Betten aufgebaut werden, berichtete die Zeitung "La Provence" am Dienstagabend in ihrer Online-Ausgabe.

Germanwings plane einen Flug nach Südfrankreich, um den Angehörigen einen Besuches in der Nähe der Unfallstelle zu ermöglichen, sagte Airline-Geschäftsführer Thomas Winkelmann im "Heute Journal" des ZDF. Auch ein Kongresszentrum sollte laut "La Provence" geöffnet werden. Dreißig Mitglieder des französischen Roten Kreuzes seien mobilisiert worden.

Notfallseelsorger aus Bonn für Einsatz an Absturzstelle bereit

Auch Mediziner und Notfallseelsorger aus Bonn stehen für einen Einsatz an der Absturzstelle in den französischen Alpen bereit. Das sogenannte Kriseninterventionsteam (KIT) West des Auswärtigen Amtes werde nach Frankreich fliegen, sofern das Ministerium entsprechenden Bedarf sehe, sagte der katholische Notfallseelsorger Jürgen Langer am Dienstag in Bonn der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bei dem Unglück sind vermutlich alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen, unter ihnen mindestens 67 Deutsche.

Die Helfer kommen möglicherweise in dem Betreuungszentrum zum Einsatz, das die französischen Behörden nahe der schwer zugänglichen Absturzstelle eingerichtet haben, wie Langer weiter sagte. Sie könnten dort Angehörige der deutschen Opfer betreuen. Das Ministerium will am Mittwoch über den Einsatz entscheiden. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) flog bereits am Dienstag nach Frankreich. Die Ursache des Unglücks ist weiter unklar. Die in Barcelona gestartete Linienmaschine sollte nach Düsseldorf fliegen.

Das KIT West ist seit 2011 in Bonn stationiert. Es entstand in Kooperation der Bonner Berufsfeuerwehr mit der ökumenischen Notfallseelsorge Bonn/Rhein-Sieg. Zu dem Team gehören auch Ärzte der Bonner Universitätsklinik. Langer ist Beauftragter des Erzbistums Köln für die Notfallseelsorge in der Region.

(epd, dpa)

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