Der Brief
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29.08.2013

Tebartz-van Elst in Rom - Diskussionen im Bistum Limburg Es tut sich was an der Lahn

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist am Mittwoch nach Rom gereist. Im Heimatbistum dauert unterdessen die Debatte an, verstärkt melden sich nun auch Unterstützer des Bischofs zu Wort.

In Rom traf Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst mit dem Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Marc Ouellet, zusammen, wie Bistumssprecher Stefan Schnelle auf Anfrage bestätigte. Tebartz-van Elst hatte den Angaben zufolge von sich aus kurzfristig um einen Termin bei Ouellet gebeten. Der Bischof habe bei dem Gespräch "größte Unterstützung und Solidarität in der aktuellen Situation erfahren", hieß es. Am Dienstagabend hatte das Limburger Domkapitel über die Lage im Bistum diskutiert. Bistumssprecher Schnelle nannte die Unterredung "gut und konstruktiv". Es habe sich um die seit längerem anberaumte erste Gesprächsrunde des Gremiums nach der Sommerpause gehandelt.

Alle Mitglieder seien zugegen gewesen. Dem Domkapitel gehören an: der Limburger Domdekan Günther Geis, der dem Kapitel vorsitzt, Weihbischof Thomas Löhr, Generalvikar Franz Kaspar, Prälat Helmut Wanka, Dompfarrer Gereon Rehberg und der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz.

Tebartz-van Elst steht seit längerem unter anderem wegen seines Führungsstils in der Kritik. Für Diskussionen sorgte der neue Wohn- und Amtssitz des Bischofs, das Diözesane Zentrum St. Nikolaus. Der Bau soll, unter anderem wegen strenger Denkmalschutzauflagen, mindestens dreimal so viel Geld gekostet haben wie geplant. In einem Offenen Brief kritisierten die Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken sowie Priester und Laien am vergangenen Wochenende die Führung des Bistums.

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller sprach in der "Mainzer Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch) von einer "tiefen Vertrauenskrise und Sprachlosigkeit zwischen Bischof und Gläubigen" im Bistum Limburg. Die Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung, Ingeborg Schillai, mahnte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) die "Bistumsleitung und alle Beteiligten" zu "Offenheit, Demut und Ehrlichkeit in den Gesprächen". Die Diözesanversammlung ist die oberste gewählte Vertretung der katholischen Laien im Bistum.

Unterstützer mehren sich

Rückendeckung erhielt der Limburger Bischof durch die Frankfurter Theologin Barbara Wieland. Formell sei der Bischof zwar für alles verantwortlich, was in seiner Diözese geschehe, sagte Wieland, die auch Präsidiumsmitglied der Diözesanversammlung ist, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch). De facto aber hätten viele im Bistum zur Krise beigetragen, etwa durch die Weitergabe von Informationen aus vertraulichen Sitzungen. Nicht alle seien gegen gegen den Bischof, betonte Wieland. Aber seine Befürworter trauten sich nicht mehr, das zu sagen. In Wahrheit sei Tebartz-van Elst ein aufmerksamer Gesprächspartner, begegne anderen wertschätzend und nehme sich für sie Zeit. Ihm werde "vieles unterstellt, was nicht stimmt", so die Theologin, die zugleich Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist.

Der Frankfurter Kapuzinerbruder Paulus Terwitte rief zu Gelassenheit auf. "Ich selber habe mir bei Vorwürfen, die meinen Lebensstil betreffen, angewöhnt, dass ich nicht anfange, mich auf juristische Dinge zurückzuziehen, sondern auch mal sage, wenn ich einen Fehler gemacht habe", sagte der Ordensmann dem Kölner domradio. "Aber ob der Bischof wirklich einen Fehler gemacht hat, weiß ich gar nicht. Ich habe ja nicht neben ihm gesessen."

Das Forum Deutscher Katholiken ruft die Gläubigen im Bistum Limburg und darüber hinaus in ganz Deutschland auf, durch eine online zu leistende Unterschrift den Bischof zu unterstützen. Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst verdiene die Solidarität aller Katholiken, sagte Prof. Dr. Hubert Gindert vom Forum Deutscher Katholiken. Gegen den Bischof liefe seit Monaten eine "verschärfte Kampagne, die sich im Grunde nicht gegen behauptete äußerliche Gegebenheiten und/oder gemachte Fehler richtet, sondern gegen die kirchentreue theologische Einstellung des Bischofs und seine Pastoral, die in völliger Übereinstimmung mit Papst Franziskus steht", so Gindert  

 

(KNA, DR)

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