27.05.2013

Romanische Kirchen zwischen "Euko" und UNESCO Zwölf auf einen Streich

Der Kölner Dom ist bereits Weltkulturerbe. Nun sollen die romanischen Kirchenbauten der Rheinmetropole folgen. Nirgendwo sonst gibt es so viele davon auf engstem Raum. Vor dem "Eucharistische Kongress" stehen sie nun doppelt im Fokus.

Der Kölner an sich hält seine Heimat ja gern für das Herz der Welt. Das sehen andere anders. Aber in einem Punkt liegt die Metropole am Rhein weit vorne - zumindest im innerdeutschen Vergleich: Nirgendwo sonst gibt es so viele romanische Kirchenbauten auf engstem Raum wie in jener Stadt, deren Wahrzeichen ein weiteres Gotteshaus ist: der gotische Dom. Mit dessen Silhouette wirbt auch der "Euko", der nationale "Eucharistische Kongress", zu dem vom 5. bis 9. Juni mehrere tausend Katholiken aus dem ganzen Bundesgebiet erwartet werden.

Weil der Dom allein nicht alle Gäste gleichzeitig aufnehmen kann, finden viele Programmpunkte auch in den großen romanischen Kirchen. Zwölf an der Zahl sind es, die sich über einen rund zwölf Kilometer langen Fußweg verbinden lassen. Im "heiligen Köln", wo sie Irdisches und Himmlisches gern zusammenbringen, wird das als Fügung gesehen: Zwölf Apostel zählte schließlich auch die Jüngerschar Jesu.

Aber die romanischen Kirchen und den Kölner Dom verbindet noch eine weitere Gemeinsamkeit: ihr immenser künstlerischer und geschichtlicher Wert. Der Dom ist bereits UNESCO-Weltkulturerbe. Die zwölf romanischen Kirchen wollen nun nachziehen. Kölns neuer Stadtkonservator Thomas Werner hat sich das Anliegen des Vorsitzenden vom "Förderverein Romanische Kirchen Köln", Helmut Haumann, zu Eigen gemacht. Bis es konkret wird, fließt aber noch viel Wasser den Rhein hinunter, weiß Förderverein-Geschäftsführerin Margrit Jüsten-Mertens. "Das Verfahren dürfte Jahre dauern."

Verwaltungs- und Handelszentrum seit der Antike

Punkten wollen die Bewerber mit dem architektonisch einzigartigen Ensemble von Gotteshäusern, die allesamt zwischen etwa 1000 und 1200 errichtet wurden, oft auf älteren Vorgängerbauten. Die Namen deuten es mitunter an. "Maria im Kapitol" etwa erhebt sich über den Fundamenten eines römischen Kapitolstempels aus dem 2. Jahrhundert. Die reiche Kirchenlandschaft - bis zur Säkularisierung standen innerhalb der Stadtmauern 168 kleine und große Gotteshäuser - spiegelt laut Jüsten-Mertens die Stellung Kölns als Verwaltungs- und Handelszentrum seit der Antike, Bischofssitz und größter Stadt nördlich der Alpen im Mittelalter wider.

Dazu passt, dass sich unter den zwölf romanischen Gotteshäusern ursprünglich nur eine Pfarr- und zwei Klosterkirchen befanden. "Alle anderen waren Stiftskirchen", sagt Jüsten-Mertens. Diese Kirchen hatten eine herausgehobene Stellung und galten bei der hohen Geistlichkeit und beim Adel als erste Adressen. Davon zeugt heute noch so manche Grablege wie die von Kaiserin Theophanu (gestorben 991) in Sankt Pantaleon. Der Kirchenlehrer Albertus Magnus (1200 - 1280) fand seine letzte Ruhe - freilich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts - in der ebenfalls romanischen Sankt-Andreas-Kirche.

Eine Fülle kleiner Geschichten

Jahrhunderte wechselvoller Geschichte hätten beinahe einen jähen Abschluss im Zweiten Weltkrieg gefunden. Bomber legten Köln in Schutt und Asche. Auch die romanischen Kirchen blieben nicht verschont. Erst 1993 wurden an Sankt Kunibert die letzten Schäden beseitigt, so Jüsten-Mertens. Zu tun gibt es gleichwohl noch eine Menge. Mehr als 11 Millionen Euro haben die rund 4.000 Mitglieder des Fördervereins seit 1981 aufgebracht. Finanziert wurden damit unter anderem zwei der modernen Glasfenster von Markus Lüpertz in Sankt Andreas.

Neben großer Kunst und Geschichte bergen die altehrwürdigen Mauern eine Fülle kleiner Geschichten. So wie der Brunnen in der Krypta von Sankt Kunibert, der "Kunibertspütz". Auf dessen Grund, so der Volksglaube, befand sich eine Art Paradies, in dem die ungeborenen Kinder spielten und von der Jungfrau Maria mit Brei gefüttert wurden.Der Brunnen ersetzte also den Storch, der andernorts den Nachwuchs brachte. Ein Geheimtipp von Jüsten-Mertens ist die "Hörnchesmess" in Sankt Severin. Jeden Dienstag wird dort ein kunstvoll bearbeitetes Büffelhorn mit den Reliquien des Namenspatrons hervorgeholt. Für die gebürtige Kölnerin "ein Beispiel für die ungebrochene Verehrung eines Heiligen von der Spätantike bis zur Neuzeit".

Joachim Heinz
(KNA)

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