16.02.2013

Münsters renovierte Kathedrale wird wieder geöffnet 470 Tage ohne Dom

Dem 16. Februar sahen viele Menschen in Stadt und Diözese Münster mit Spannung entgegen: Nach 470 Tagen können sie dann erstmals wieder ihren Dom betreten. So lange dauerte die Schließung wegen der Sanierung und Umgestaltung des Innenraums.

In dieser Zeit wurden 10.000 Quadratmeter Gewölbe- und Wandflächen gereinigt, gekalkt und lasiert, neue Beleuchtung installiert und der Glockenstuhl aus Stahl durch einen aus Eichenholz ersetzt. Nicht zuletzt wurden all die wertvollen Kunstgüter - Skulpturen, Gedenksteine und Altäre - gesäubert und auf Hochglanz gebracht. Auch das übrige Inventar erhielt eine Rundumerneuerung.

Hell und freundlich wirkt der Dom nun. Wände und Decken reflektieren das Sonnenlicht. Bei Dunkelheit sorgen rund 50 in halber Höhe angebrachte neue "Lichtspeier" und "Lichtträger" für eine großartige Raumwirkung des 109 Meter langen und rund 40 Meter breiten Doms. Ein wenig Glanz tritt in die Augen von Chefkonservator Udo Grote wegen der teils aus dem Mittelalter stammenden Kunstwerke. An ihnen seien jetzt wieder die Details und Farben zu erkennen, die ihnen ihre Erschaffer zugedacht hätten, die aber vom Schmutz der Jahrhunderte überdeckt waren.

Ebenfalls begeistert und vor allem erleichtert ist Dompropst Josef Alfers. Als Hausherr ist er der Letztverantwortliche für den Erhalt der Kathedrale. Im Stillen habe er immer gehofft, dass es zu keiner Schließung während seiner Amtszeit komme, erzählt er. Die Experten hätten dann aber die Notwendigkeit deutlich gemacht. Jetzt ist die rund 14 Millionen Euro kostende Restaurierung das Abschlusswerk des 72-Jährigen geworden, der im Mai in den Ruhestand geht.

Unter anderem wurde das Dach erneuert

"Er hat gewonnen"», lautet sein Urteil über den "neuen" Dom. Er sei fasziniert gewesen, als er vor wenigen Wochen zum ersten Mal den Innenraum ohne die Gerüste gesehen habe, deren Gesamtvolumen die Architekten mit 26.500 Quadratmeter angeben. Aufeinander gesteckt sollen die senkrechten Rohre die Höhe des Mount Everest erreichen, etwa 8.800 Meter. Der Dompropst dankt allen Mitarbeitern und natürlich auch dem Lieben Gott, dass kein Unfall geschehen ist.

Dabei habe ja alles mit einem «Paukenschlag» begonnen, erinnert sich Alfers. Vor der Innensanierung hatten Arbeiten außen am Dom stattgefunden. Unter anderem wurde das Dach erneuert. Dabei zeigte sich an den neuen Kupferplatten ein Produktionsfehler - nachdem bereits 500 Quadratmeter verlegt worden waren. Anstatt grün wie die alten zu schimmern, färbten sie sich gelb. Eine mehrmonatige Verzögerung war die Folge.

Pontifikalvesper

Ein weiteres Mal gerieten die Arbeiten in Verzug, als Archäologen fündig wurden. Für Dombaumeister Georg Wendel aber ein Glücksfall. Bei den Ausgrabungen handelte es sich um Teile des sogenannten "Erpho-Doms", einem von zwei Vorgängerbauten. Zudem wurden zwei mittelalterliche Bischofsgräber freigelegt, die aber bereits in den 50er Jahren entdeckt worden waren. Dieses Mal kam es nur zu einer Verzögerung von ein paar Wochen. Damit war aber endgültig der Fahrplan zunichte, wonach das Gotteshaus schon an Weihnachten 2012 hätte wiedereröffnet werden können.

Am Samstag um 15.00 Uhr wird Bischof Felix Genn mit einer Pontifikalvesper den Dom wieder "in den liturgischen Gebrauch nehmen", wie es heißt. Bis zu diesem Samstag werden auch die letzten Konservatoren und Bauarbeiter verschwunden sein. Erstmals zu besichtigen ist dann auch eine neue Grablage mit 18 Grabnischen für münstersche Bischöfe unter dem Westchor.

Auf ganz neugierige Münsteraner wartet aber noch eine Besonderheit. Sie sollen am Freitag zuvor gegen 11.00 Uhr Gelegenheit erhalten, den Dom in seiner "puren Architektur" zu erleben, wie Dombaumeister Wendel erläutert. Dafür müssen alle Bänke raus - und danach wieder hinein. Ein Problem, das Architektin Monika Göddeker in den vergangenen 470 Tagen mit allem beweglichen Inventar hatte und so umschreibt: "Ich hab hier 5.200 Quadratmeter Grundfläche, aber nur 2 Türen."

Johannes Schönwälder
(KNA)

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