Katholische Jugendverbände fordern mehr Mitbestimmung junger Menschen
Was begeistert Jugendliche? Damit befasst sich auch die Jugendsynode

01.10.2018

Schweizer Jugendbischof zur Jugendsynode Zu viele Themen auf der Agenda?

Als einer von knapp 200 Bischöfen wird der Schweizer Jugendbischof Alain de Raemy vom 3. bis 28. Oktober an der Bischofssynode zum Thema Jugend im Vatikan teilnehmen. Seine Hoffnung: "Dass etwas herauskommt, das uns alle überrascht." 

KNA: Wie bereiten Sie sich auf die Synode vor?

Alain de Raemy (Weihbischof des Bistums Lausanne-Genf-Fribourg): Die beste Vorbereitung ist die Begegnung mit Jugendlichen, und diese Gelegenheit habe ich zum Glück ständig. Seien es die Verantwortlichen der Verbände oder Gemeinschaften in der Westschweiz oder der Deutsch-Schweiz. Das Tessin ist für mich etwas weiter weg.

Zudem treffe ich ständig Jugendliche dank der Firmungen, die ich vornehmen kann. Auch schreibt jeder Jugendliche, der um die Firmung bittet, dem Bischof einen persönlichen Brief. Bei etwa 25 Firmungen im Jahr kommen da gut 700 Briefe zusammen, die ich alle lese.

KNA: Welchen Eindruck haben Sie von dem umfangreichen Arbeitspapier, das der Synode als Beratungsgrundlage dient?

De Raemy: Diese Vorbereitungsdokumente versuchen ja immer, alles zu erfassen. Das Dokument ist sehr breit gefasst - fast zu breit. Man versucht, alle Themen zu behandeln, und behandelt dann kein Thema richtig. Aber das ist normal. Wir müssen nachher schauen - mit der Dynamik der Synode -, in welche Richtung wir uns begeben. Was werden die Akzente sein? Das lässt sich bisher noch nicht erkennen.

KNA: Fehlt Ihnen etwas in dem Dokument?

De Raemy: Nein, eben nicht. Aber einige Themen, die von Europa oder der Schweiz aus für wichtig erachtet werden, sind dann doch zu kurz gefasst: etwa der Leistungsdruck in der Schule oder von den Eltern aus, ebenso der Druck, wie man aussehen oder sein soll heutzutage, der Druck der Social Media, immer vernetzt zu sein. Wir haben in der Schweiz eine hohe Suizid-Rate unter Jugendlichen. Dieses Thema kommt im Dokument vor, aber nur sehr kurz.

KNA: Die deutschen Bischöfe nehmen zusätzliche Berater mit nach Rom. Sie auch?

De Raemy: Nein, ich nehme niemanden mit. Wir sind ein kleines Land mit kleinen Mitteln für die Kirche (lacht). Dafür werden wir skypen zu besonderen Anlässen der Jugendpastoral auf Kantonsebene. Und ich werde ständigen Kontakt haben mit zwei Verantwortlichen von Jugenddachverbänden. Beide haben vorgesehen, auch kurz nach Rom zu kommen.

KNA: Wer sind die beiden?

De Raemy: Das ist zum einen Claire Jonard in der französischsprachigen Schweiz, die neue Verantwortliche der Fachstellen für regionale, nationale und internationale Projekte der allgemeinen Jugendpastoral und der besonderen Unterstützung der Berufungsunterscheidung, sowie Viktor Diethelm, Leiter der Fachstelle für offene kirchliche Jugendarbeit in der Deutsch-Schweiz.

KNA: Am Ende übergeben die Synodenväter dem Papst eine Synthese ihrer Beratungen. Welchen Satz, welche Aussage würden Sie Franziskus dort besonders gerne hineinschreiben und dick unterstreichen?

De Raemy: (lacht) Ich habe genau die umgekehrte Haltung. Ich freue mich, Neues zu entdecken, dank der Dynamik der Synode, dank unseres gemeinsamen Gebets den Willen Gottes zu erkennen. Ich freue mich, etwas zu entdecken, das ich mir bislang gar nicht vorstellen kann.

Dass etwas herauskommt, das uns alle überrascht. Eine Synode ist ja kein Parlament, in dem man eine Meinung durchsetzen will, sondern man schaut, dass möglichst alle zusammenkommen.

KNA: Derzeit wird sehr viel über Missbrauch und Vertuschung in der Kirche gesprochen. Erleben Sie, dass dies der kirchlichen Glaubwürdigkeit bei Jugendlichen schadet? Wie?

De Raemy: Bei den Verantwortlichen sicher. Bei den anderen Jugendlichen bin ich mir nicht sicher. In den Briefen der Firmlinge, die zwischen 15 und 20 Jahren alt sind, kommt das Thema nicht vor. Das spielt sich mehr in der Medienwelt der Erwachsenen als in den Medien der Jüngeren ab.

KNA: Wird das Thema dennoch eine Rolle bei der Synode spielen?

De Raemy: Ja, das wird es. Momentan prägt uns das Thema so stark, dass es sicher zur Sprache kommen wird.

Das Interview führte Roland Juchem.

(KNA)

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