20.03.2019

Theologin Knop zum geplanten synodalen Weg der Kirche "Zuversichtlich, dass es gelingt"

Die katholischen Bischöfe in Deutschland wollen den sexuellen Missbrauch in der Kirche auch mittels eines synodalen Weges aufarbeiten. Die Erfurter Theologin Julia Knop zeigt sich zuversichtlich, dass dies gelingen wird.

"Wenn es gelingt, das passende Format für die Debatte zu entwickeln und bereits in der Formatierung des Weges wirklich partizipativ vorzugehen, bin ich zuversichtlich", sagte sie im Interview des Portals katholisch.de am Mittwoch. Bei ihrer Vollversammlung in Lingen hatten die katholischen Bischöfe in der vergangenen Woche einen "verbindlichen synodalen Weg" zur Erneuerung und zu Veränderungen der Kirche beschlossen.

Dabei dürfe es weder thematisch noch operativ rote Linien geben, betonte Knop, die bei dem Frühjahrstreffen an einem Studientag zu den Folgen des Missbrauchsskandals teilgenommen hatte. "Jeder Versuch, diesen Prozess vorab oder hierarchisch zu steuern - durch thematische Tabus, durch amtliche Reserven von Entscheidungen oder durch asymmetrisch angelegte Gesprächsformate - kann ihn zum Scheitern bringen", warnte sie.

Auch müssten die verschiedenen Gruppen miteinander ins Gespräch kommen, damit es nicht "lauter Echo-Räume" gebe.

Ungeheuer engagierte Bischöfe

Die Bischöfe habe sie in Lingen als "ungeheuer engagiert" erlebt, fügte die Theologin hinzu. "Die Dramatik der Situation ist allen bewusst." Aus ihrer Sicht komme es künftig darauf an, das derzeitige Amts- und Kirchenverständnis daraufhin zu überprüfen, wo "eine prekäre Ausübung von Macht" begünstigt werde.

"Es greift viel zu kurz, Ursachen für Machtmissbrauch nur in der Persönlichkeitsstruktur einzelner Priester zu suchen und individuell zu bearbeiten. Man muss konzeptionelle theologische, spirituelle, habituelle und besonders auch liturgische Verstärker eines prekären Amtsverständnisses wahrnehmen", erklärte Knop.

Frage nach kirchlicher Sexualmoral und Zölibat

Zudem müssten die Bischöfe die offenen Fragen nach der kirchlichen Sexualmoral und dem Zölibat in den Blick nehmen. Diese Fragen seien "von erheblicher Relevanz und sie kommen nicht zur Ruhe", sagte die Wissenschaftlerin. Von theologischer Seite würden diese Themen durchaus durchdacht; dies sei bislang jedoch mit einem Risiko verbunden gewesen.

Knop: "Lebensrelevante Themen immer wieder zu tabuisieren und ihre Debatte hierarchisch unterbinden zu wollen, spaltet und schadet der Kirche ganz erheblich."

(KNA)

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