Gesammelte Unterschriften für eine Petition
Gesammelte Unterschriften für eine Petition

27.02.2019

kfd sammelt fast 30.000 Unterschriften für Erneuerung der Kirche "Wir sind keineswegs ohnmächtig"

Wenn sich die deutschen Bischöfe zur Frühjahrsvollversammlung treffen, dann wird auch das Thema Frauen in Leitungspositionen auf den Tisch kommen. Dazu hat die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands schon mal etwas vorbereitet.

Knapp 30.000 Unterschriften für eine Erneuerung der Kirche will die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) den Bischöfen in Lingen übergeben. In dem niedersächsischen Ort treffen sich die katholischen deutschen Bischöfe vom 11. bis zum 14. März zu ihrer Frühjahrsvollversammlung, bei der es auch um die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche sowie das Thema Frauen in kirchlichen Leitungspositionen geht.

Schweigemarsch geplant

Die Karten und Listen mit den Unterschriften will der Bundesvorstand der kfd am 11. März im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst dem Gastgeber-Bischof aus Osnabrück, Franz-Josef Bode, überreichen. Dazu werden den Angaben zufolge mindestens 100 Frauen aus dem Bistum Osnabrück und Umgebung erwartet, die mit einem Schweigemarsch zur Kirche Sankt Bonifatius ziehen wollen.

Dort wollten sie Taschenlampen auf die Kirchentür richten, hieß es. Außerdem werde ein Klagegebet mit Bischof Bode gesprochen, zu dem weitere Bischöfe eingeladen seien. Die Marsch-Teilnehmer wollen demnach "ihre Wut und Enttäuschung sowie zugleich Hoffnung auf Erneuerung der Kirche zum Ausdruck bringen".

Fortschreibung der Aktion #MachtLichtAn

Die Unterschriften sind das Ergebnis der bundesweiten kfd-Aktion "#MachtLichtAn" im Dezember. Damals hatten sich an mehr als 170 Orten Tausende kfd-Mitglieder, Interessierte und Betroffene zu einer Klageandacht getroffen, um Solidarität mit den Missbrauchsopfern zu zeigen.

Zugleich leuchteten sie mit Taschenlampen an die Kirchentüren und äußerten ihre Forderungen an die Bischofskonferenz, "Missbrauchsfälle aufzuklären, verkrustete Machtstrukturen abzuschaffen, unabhängige Missbrauchsbeauftragte einzusetzen und die kirchliche Sexualmoral zu verändern".

"Wir müssen jetzt dranbleiben und werden nicht lockerlassen", erklärte die stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende Agnes Wuckelt: "Die Aktion war ein wichtiges Signal an unsere Mitglieder und die Öffentlichkeit: Wir sind keineswegs ohnmächtig, sondern können als Teil der Kirche zu einer Erneuerung von innen beitragen. Aber jetzt muss endlich etwas passieren."

(KNA)

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