Deutsche Bischöfe
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30.01.2019

Kirche will Missbrauch mit Staat und Laienvertretern aufarbeiten Bischöfe machen mobil

Bei der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle setzt die katholische Kirche auf eine stärkere Mitwirkung von Laienvertretern und staatlichen Experten. Das ist eines der Ergebnisse der Tagung des Ständigen Rates der DBK in Würzburg.

Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann, wolle demnächst das Gespräch mit dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, suchen, teilte die Bischofskonferenz am Mittwoch in Bonn mit. Dabei werde der Trierer Bischof mit Rörig unter anderem "über die Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sowie zur Überprüfung des Verfahrens für Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids beraten".

Der Ständige Rat habe auf seiner Sitzung am Dienstag und Mittwoch in Würzburg zudem über die Herausforderungen für die Kirche beraten, hieß es weiter. Mit den einzelnen Themenfeldern sollen sich Arbeitsgruppen beschäftigen, in denen auch Vertreter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) mitwirken.

Als Verantwortliche für Fragen nach der priesterlichen Lebensform, nach Macht und Partizipation sowie der Sexualmoral wurden dabei die Bischöfe Franz-Josef Bode (Osnabrück), Felix Genn (Münster) und Karl-Heinz Wiesemann (Speyer) benannt.

Fragen der kirchlichen Verwaltung klären

Eine andere Arbeitsgruppe zum kirchlichen Recht unter der Leitung von Erzbischof Ludwig Schick (Bamberg) soll sich unter anderem mit der kirchlichen Strafgerichtsbarkeit, dem Prozessrecht und der Verwaltungsgerichtsbarkeit befassen. Außerdem müssten Fragen der kirchlichen Verwaltung geklärt werden, wozu Verwaltungsstrukturen, die Finanzverfassung und das Personalwesen gehörten, hieß es weiter.

Der Ständige Rat habe beschlossen, für dieses Projekt einen Steuerungskreis zu schaffen. Dessen Mitglieder sollen demnächst berufen werden. Darunter sollen auch Vertreter des ZdK und andere externe Fachleute sein.

ZdK begrüßt Beschlüsse

Das ZdK begrüßte die Beschlüsse. Dabei würden inhaltlich "zentrale Erwartungen" des Zentralkomitees aufgegriffen, erklärte Präsident Thomas Sternberg am Mittwoch. Es sei ein wichtiger Schritt, dass Ackermann "das politische und gesellschaftliche Gespräch über die Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sowie zur Überprüfung des Verfahrens für Leistungen in Anerkennung zugefügten Leids aufnehmen wird". Dies schaffe Transparenz und biete die Grundlage, "verlorenes Vertrauen in das Handeln der Kirche zurückzugewinnen". Das ZdK sei insgesamt zur Mitarbeit bereit und werde sich in die Gespräche konstruktiv einbringen.

(KNA)

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