Konsterniert: Kardinal Marx und Bischof Ackermann
Konsterniert: Kardinal Marx und Bischof Ackermann

06.12.2018

Kirchliche Missbrauchsstudie bisher ohne strafrechtliche Folgen Offenbar geringe Relevanz

Die Missbrauchsstudie der katholischen Kirche könnte die Ermittler zu Durchsuchungen und Beschlagnahmungen veranlassen. Doch bislang passiert dort wenig. Warum reagieren die Staatsanwaltschaften so verhalten?

Die im September veröffentlichte Studie zum sexuellen Missbrauch durch katholische Geistliche hat offenbar geringe strafrechtliche Relevanz. In den 27 katholischen Bistümern in Deutschland seien sechs Staatsanwaltschaften der Studie unmittelbar nach Erscheinen nachgegangen, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Donnerstag. Vier Staatsanwaltschaften hätten seit Ende Oktober Ermittlungen gegen unbekannt aufgenommen, 20 Staatsanwaltschaften prüften derzeit Anzeigen. Durchsuchungen oder Beschlagnahmungen habe es bisher nicht gegeben, so die Zeitung.

Experten hatten darauf hingewiesen, dass es in der Studie nicht um die strafrechtliche Verfolgung einzelner konkreter Fälle gegangen sei, sondern vor allem darum, das Ausmaß der Taten und mögliche Verbindungen zu kirchlichen Strukturen zu untersuchen. Da die Erfassung der Daten anonym erfolgte und viele Taten verjährt sind, sei die Studie für konkrete strafrechtliche Auswertungen nur sehr bedingt geeignet.

Vorermittlungen eingeleitet

Unter anderen seien die Staatsanwaltschaften Würzburg, Osnabrück und Bamberg der Studie nachgegangen, heißt es weiter in der Zeitung. Sie hätten sogenannte Vorermittlungen eingeleitet, die Bistümer also aufgefordert, bekannte Fälle anzuzeigen und relevante Unterlagen zu übergeben. Solange kein konkreter "Anfangsverdacht" besteht, sind nur "Vorermittlungen" erlaubt.

Ermittlungsverfahren gegen unbekannt laufen demnach unter anderem in Görlitz, Köln und Passau. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim habe ermittelt, das Verfahren aber mangels weiterer Anhaltspunkte wieder eingestellt. Fünf Staatsanwaltschaften, darunter Aachen, Hildesheim und Ingolstadt, hätten darauf verwiesen, Missbrauchsfälle schon vor der Studie strafrechtlich aufgearbeitet zu haben.

Ein förmliches Ermittlungsverfahren

Ein förmliches Ermittlungsverfahren, so die Zeitung, habe bislang keine Staatsanwaltschaft eingeleitet. Auf Nachfrage sei erklärt worden, die Studie enthalte keine konkreten Hinweise. Ein förmliches Ermittlungsverfahren darf nur eröffnet werden, wenn "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" den Verdacht einer Straftat begründen.

Ende Oktober hatte eine Gruppe von Strafrechtsprofessoren um den Passauer Holm Putzke Anzeige gegen unbekannt erstattet und sie bei Staatsanwaltschaften im Bezirk jedes Bistums eingereicht. Aus ihrer Sicht überschreiten die vorliegenden Anhaltspunkte "bei weitem" die Schwelle eines Anfangsverdachts.

Kritiker hatten der katholischen Kirche im Zusammenhang mit der Studie vorgeworfen, der Justiz keine Akteneinsicht zu gewähren. Der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, und etliche Bistümer haben "volle Kooperationsbereitschaft" mit der Justiz angekündigt. Einige haben den Strafverfolgungsbehörden auch schon Akten zur Verfügung gestellt.

(KNA)

Sommeraktion: Meine Heimatkirche

Die Sommeraktion von DOMRADIO.DE: Wir suchen Ihre Heimatkirche. Laden Sie ein Bild hoch und erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube

DOMRADIO.DE überträgt alle Gottesdienste auch auf Facebook und Youtube und Periscope.

Wichtig: Kein DAB+ mehr in NRW ab Juli

Leider sendet DOMRADIO ab Juli nicht mehr über DAB+ in NRW. Laden Sie sich doch unsere App herunter – kostenlos in den Stores. DOMRADIO hören Sie auch übers Internetradio, Smartspeaker, andere gängige Radio-Apps, in Köln auf UKW 101,7, in Berlin/Brandenburg über DAB+ und natürlich auf DOMRADIO.DE.

Himmelklar Podcast

durchatmen – Der Seelsorge Podcast

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Weihbischof Puff: täglicher Impuls und Fürbitten

Messenger-Gemeinde

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

 08.07.2020
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Bischof Overbeck bei "DIGITAL SYNODAL"
  • Wie wird das Requiem für Georg Ratzinger?
  • CDU-Spitze einigt sich auf Frauenquote von 50 Prozent
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Sternenwarte im Kloster
  • Geburtstag von Graf Zeppelin
  • Büchertipps und -Gespräche
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Sternenwarte im Kloster
  • Geburtstag von Graf Zeppelin
  • Büchertipps und -Gespräche
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Frauenquote in der CDU
  • Papst Franziskus feiert Messe für Bootsflüchtlinge
  • Deutsche EU-Ratspräsidentschaft, das Coronavirus und die USA
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Frauenquote in der CDU
  • Papst Franziskus feiert Messe für Bootsflüchtlinge
  • Deutsche EU-Ratspräsidentschaft, das Coronavirus und die USA
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…