Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (m.) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx (m.r.), sitzen unter weiteren prominenten Gästen aus Kirche und Politik auf dem St. Michael-Jahresempfang
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (m.) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Reinhard Marx (m.r.), sitzen unter weiteren prominenten Gästen aus Kirche und Politik auf dem St. Michael-Jahresempfang

10.10.2017

Kardinal Marx fordert eine humane Gestaltung der Globalisierung Neuer Aufbruch für Europa

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, hat von der neuen Bundesregierung eine humane Gestaltung der Globalisierung gefordert. Sie müsse allen zugutekommen, sagte Marx in Berlin. 

Das Ziel einer humanen Gestaltung der Globalisierung verlange den Blick auf das Ganze, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklika "Laudato si" tue, betonte Marx beim Sankt-Michaels-Jahresempfang der katholischen Kirche in der Hauptstadt. Das bedeute auch, die sozialen, politischen und ökologischen Kosten zu berücksichtigen. Ansonsten werde die Globalisierung "an die Wand gefahren".

Zum Michaelsempfang waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sowie Bundesminister gekommen, darunter Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU), SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles sowie weitere hochrangige Parlamentarier. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war in diesem Jahr nicht anwesend, weil sie in Frankfurt an der Eröffnung der Buchmesse teilnahm.

Die Stunde Europas, um "das Haus der Schöpfung" zu bewahren

Auch Vertreter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), des Zentralrats der Juden und der muslimischen Verbände nahmen teil sowie der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic.

Der Erzbischof forderte einen neuen Aufbruch für Europa. Europa sei ein Friedensprojekt, das eine ganzheitliche Fortschrittsidee voranbringen könne. Dies sei die Stunde Europas, um "das Haus der Schöpfung" zu bewahren, von dem der Papst spreche. Mit Blick auf die Migration forderte Marx erneut, den Familiennachzug für Flüchtlinge zu ermöglichen und betonte, dass es für das Asylrecht keine Obergrenze gebe. 

Dank an die scheidende Regierung

Marx konstatierte eine "restaurative Welle" und eine neoromantische Suche nach der Vergangenheit. Es bestehe die Gefahr, in Fundamentalismus und reaktionäre Rückwärtsgewandtheit zu fallen. Es gebe aber auch positive Aspekte der Rückbesinnung und Selbstvergewisserung, "aber nicht im Sinne einer rückwärtsgewandten Nostalgie".

Der Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Karl Jüsten, dankte der scheidenden Bundesregierung. Er erinnerte besonders an die Gesetzgebungen zur Hospizversorgung und zum assistierten Suizid. Er wünschte den neu gewählten Abgeordneten Glück, Durchhaltevermögen und Gottes Segen. 

(KNA)

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