18.02.2017

"Wir sind Kirche" protestiert gegen Kürzungen bei pax christi "Fatales Zeichen"

Die Initiative "Wir sind Kirche" kritisiert die von der Deutschen Bischofskonferenz geplante Streichung von Zuschüssen für die katholische Friedensbewegung pax christi. Diese Maßnahme sei "ein fatales Zeichen".

Das Signal sei besonders angesichts der zunehmenden internationalen politischen Spannungen besorgniserregend, erklärte die Organisation in München und rief dazu auf, sich an einer entsprechenden Online-Petition an die deutschen Bischöfe zu beteiligen.

Grundsatzdebatte angeregt

Nicht nur bei pax christi, sondern auch bei vielen anderen überdiözesan tätigen Initiativen, Verbänden und Einrichtungen hätten die deutschen Bischöfe Kürzungen und Streichungen von Zuschüssen geplant, heißt es in der Mitteilung weiter. Das zeige, dass eine Grundsatzdebatte über Transparenz und Mitwirkung bei der Verteilung der Kirchensteuern geführt werden müsse. Die Kirchensteuerzahler hätten nicht nur das Recht, über die Vergabe der Mittel informiert zu werden, sondern müssten auch darüber mitentscheiden können.

"Wir sind Kirche" schließt sich der Forderung verschiedener Verbände an, die überdiözesanen Aufgaben in Deutschland besser zu finanzieren und nicht weiter zu reduzieren. Dabei verweist die Initiative darauf, dass das Kirchensteueraufkommen von 2008 bis 2015 um 20 Prozent auf mehr als sechs Milliarden Euro gestiegen sei.

Bischöfe wollen Sparkurs fortsetzen

Die Bischöfe hatten Ende Januar erklärt, sie wollten ihren beschlossenen Sparkurs fortsetzen, dabei aber Härten vermeiden. Die zum Teil heftig kritisierten Kürzungsbeschlüsse wolle der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) konkretisieren und überarbeiten.

Kritisiert worden waren unter anderem Kürzungspläne bei der Auslandsseelsorge, bei pax christi und beim Päpstlichen Missionswerk der Frauen (PMF). Hauptargument der Kritiker war, dass der grundsätzliche Sparbeschluss aus dem Jahr 2005 nicht an die seitdem stark gestiegenen Kirchensteuereinnahmen angepasst worden sei.

Damals hatten die Bischöfe beschlossen, mit Blick auf irgendwann vermutlich sinkende Kirchensteuereinnahmen den VDD-Haushalt frühzeitig Schritt für Schritt abzusenken. Seitdem aber hatten die von den Finanzämtern eingesammelten Beiträge der Katholiken immer neue Rekordhöhen erreicht. Von den insgesamt sechs Milliarden Euro Kirchensteuern aus dem Jahr 2015 etwa überwiesen die 27 Bistümer zwei Prozent (120 Millionen Euro) an den VDD in Bonn für die gemeinschaftlichen Aufgaben.

(KNA)