Symbolbild Wiederverheiratete Geschiedene
Symbolbild Wiederverheiratete Geschiedene

01.02.2017

Fragen und Antworten zum kirchlichen Umgang mit Geschiedenen Prinzip und Praxis, Lehre und Leben

In Einzelfällen wollen die deutschen Bischöfe eine Entscheidung zum Kommunionempfang respektieren. Eine entsprechende Reform hatte Papst Franziskus im vergangenen Jahr eingeläutet. Einige zentrale Fragen und Antworten zu dem Thema:

Ändert sich für wiederverheiratete Geschiedene jetzt etwas?

Ja. Bisher dürfen sie nach offizieller Lehre nicht zur Kommunion und nicht zur Beichte gehen - außer wenn sie in ihrer neuen Ehe auf Sex verzichten. Nun schreiben die katholischen Bischöfe: "Aber auch eine Entscheidung für den Sakramentenempfang ist zu respektieren." Das steht so erstmals in einem offiziellen Papier der Deutschen Bischofskonferenz.

Gilt das für alle Geschiedenen?

Nein, die Bischöfe wollen keine Pauschalregelung, sondern Lösungen im Einzelfall. Und der Zulassung als letztem Schritt soll einiges vorausgehen - etwa die Prüfung, ob die frühere Ehe überhaupt gültig war und ob sie annulliert werden kann. Wenn nicht, kann es einen begleiteten Weg geben. Denn niemand soll leichtfertig zur Kommunion gehen, sondern erst nach einem längeren Prozess und Gesprächen mit einem erfahrenen Seelsorger. Mehr als jede dritte Ehe hierzulande endet mit einer Scheidung, oft folgt eine neue Beziehung.

Warum tut sich die Kirche damit besonders schwer?

Vor fast jeder Scheidung fließen Tränen und viele Paare empfinden das Liebes-Aus als Scheitern. Aus Sicht der katholischen Kirche kommt hinzu: Für sie ist die Ehe ein Sakrament und unauflöslich. Bei der Trauung heißt es "bis der Tod euch scheidet", die Bibel überliefert das Jesus-Wort "Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen". Das ist eine klare Vorgabe, und das Kirchenrecht folgt dieser Ansage.

Wo genau liegt das Problem?

Die Kirche steht vor einem Dilemma: Was tun, wenn jemand kirchlich für immer verheiratet ist und später dann doch mit einem neuen zivilrechtlichen Ehepartner "Tisch und Bett" teilt?

Wie reagiert die Kirche jetzt darauf?

Im Kern geht es um die Verbindung von Leben und Lehre - also darum, das Prinzip (der Unauflöslichkeit) als lebenswertes Ideal aufrechtzuerhalten und die gelebte Praxis (mitsamt ihren Brüchen) im Blick zu behalten. Der Papst gibt zu bedenken, dass ein Scheitern und ein Neuanfang Menschen nicht gleich zur ewigen Verdammung führen soll. Es gebe Situationen, "in denen alle Schemata auseinanderbrechen". Bildlich gesprochen: Das Leben ist nicht immer nur schwarz oder weiß, sondern manchmal grau.

Warum handelt der Papst ein derart großes Thema in einer kleinen Fußnote ab?

Papst Franziskus will die Unauflöslichkeit der Ehe nicht antasten. Er möchte die Lehre beibehalten und versteht sich zugleich als oberster Seelsorger. Die Fußnote 351 in seinem Schreiben "Amoris laetitia" zeigt: Die Tür ist einen Spalt weit offen. Nicht mehr und nicht weniger. In dem Dokument von April 2016 schreibt er in einer Anmerkung, wiederverheiratete Geschiedene könnten in gewissen Fällen auch die Hilfe der Sakramente in Anspruch nehmen. Zugleich betont er: Die Eucharistie sei "nicht eine Belohnung für die Vollkommenen", sondern "Nahrung für die Schwachen".

Die Neuerungen sorgen mächtig für Wirbel - wieso?

Manche verspüren frischen Wind und hoffen, dass die Kirche die Wirklichkeit des Lebens anerkennt. Bei anderen sorgen die geänderten Akzente für Stirnrunzeln. Konservative Stimmen fürchten einen Dammbruch beim Zugang zu den Sakramenten. Sie verweisen auf liberale Protestanten, die inzwischen auch mehrere Ehen in Folge akzeptieren.

Was werfen Kritiker dem Papst konkret vor?

Sie sagen, Franziskus setze nicht nur die Unauflöslichkeit der Ehe aufs Spiel, sondern auch die Einheit der Kirche. Das kommt etwa in einem Brief von vier Kardinälen zum Ausdruck, der hohe Wellen geschlagen hat. Aber Papst Franziskus will inhaltliche Debatten anstoßen und gibt den nationalen Bischofskonferenzen mehr Spielraum. Die deutschen Bischöfe haben den Ball nun aufgenommen und spielen nach vorn.

Thomas Winkel
(KNA)

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