Neue Einheitsübersetzung der Bibel
Vorstellung der neuen Einheitsübersetzung der Bibel

20.09.2016

Katholiken in Deutschland erhalten neue Bibelübersetzung Moderate Revision

Die Katholiken im gesamten deutschen Sprachraum erhalten eine neue, moderne Bibelübersetzung. Die Deutsche Bischofskonferenz präsentierte nach jahrelanger wissenschaftlicher Vorarbeit eine Neufassung der sogenannten Einheitsübersetzung.

Sie ist ab dem neuen Jahr die "verbindliche" Bibelausgabe für Liturgie, Schule, Familie und Seelsorge. Der Leiter des Projekts, der mittlerweile emeritierte Erfurter Bischof Joachim Wanke, sagte am Rande der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Fulda, bei der neuen Einheitsübersetzung handele es sich um eine "moderate Revision", die die frühere, 30 Jahre alte Fassung "weithin bewahrt" habe. Zugleich bringe sie an vielen Stellen Fortschritte an Genauigkeit, an Texttreue und Verständlichkeit. In das Werk sei "viel Herzblut" geflossen.

Wanke betonte, eine Übersetzung sei immer auch Interpretation. Die Neuausgabe nähre sich den Urtexten wieder an und "zeigt Mut zu biblischen Redeweisen".

Änderungen in fast jedem Absatz

Der Vorstandsvorsitzende des Katholischen Bibelwerks, Michael Theobald, sagte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Tübingen, die neue Übersetzung enthalte in fast jedem Absatz Änderungen. Dabei seien neue wissenschaftliche Erkenntnisse zu den frühesten Texten der Bibel eingearbeitet worden.

So sei deutlich geworden, dass der Apostel Paulus nicht zwei Männer mit Namen Andronikus und Junias grüßen ließ und sie als Apostel bezeichnete, sondern das Ehepaar Andronikus und Junia.

Der Bibelwissenschaftler betonte, es seien auch offensichtliche Übersetzungsfehler früherer Bibel-Fassungen beseitigt worden. So sei beispielsweise Paulus in der bisherigen Übersetzung der Begriff der "Verwerfung" der nicht an Jesus glaubenden Juden in den Mund gelegt worden. Jetzt sei korrekter von ihrer "Zurückweisung" die Rede. Das schließe "eben nicht ihre endgültige Verwerfung ein".

EKD will auch neue Lutherbibel vorlegen

In diesem Herbst will die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auch eine Neufassung der Lutherbibel vorstellen. Die EKD hatte 2005 beschlossen, sich nicht an der Überarbeitung der Einheitsübersetzung zu beteiligen, wie sie es beim Neuen Testament und den Psalmen in der früheren Fassung getan hatte.

Auf die Frage, ob dies einen ökumenischen Rückschritt bedeute, sagte Theobald: "Mit ihrem unterschiedlichen Klang - hier ein moderner Sprachduktus, dort lebendige Luthertradition - haben beide ihren unverwechselbaren Ort und werden die Ökumene gewiss bereichern."

(KNA)

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