Diözesanadministrator Stefan Heße
Diözesanadministrator Stefan Heße

11.03.2014

Der Kölner Diözesanadministrator Heße über seine erste DBK-Vollversammlung "Ich bin gespannt, wer gewählt wird"

Der Kölner Diözesandministrator Prälat Dr. Stefan Heße spricht mit domradio-Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen im Interview über seine erste Erfahrungen bei einer Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz.

domradio.de: Das erste mal bei einer Bischofskonferenz. Was ist das für ein Gefühl?

Heße: Sehr ungewohnt. Als Diözesanadministrator ist man sozusagen ein eingeflogener Gast, der aber volles Stimmrecht hat, der an allem teilnimmt und direkt hinter den Diözesanbischöfen zu sitzen kommt. Aber es ist trotzdem sehr ungewohnt, im Kreis der Mitbrüder so dabei zu sein, wiewohl ich sagen muss, man wird da akzeptiert, freundlich begrüßt und da gibt es keine Unterschiede, die da gemacht werden.

domradio.de: Von der Sitzordnung sind Sie in einem Zug an Bischof Schwaderlapp, Weihbischof Puff vorbeigekommen. Hat Sie das gefreut?

Heße: Das haben die mir ja schon vor der Konferenz angekündigt. Wir haben das mit einem schmunzelnden Auge genommen.

domradio.de: So war die Frage auch gemeint. Wie ist es denn, wenn jetzt der Blick nach vorne gerichtet wird und man versucht, die Situation der Kirche in der gegenwärtigen Situation zu analysieren, gerade auch im Hinblick auf den neuen Vorsitzenden, der morgen gewählt wird. Welchen Eindruck haben Sie gewonnen heute?

Heße: Der scheidende Vorsitzende, Erzbischof Zollitsch, hat einen Einstieg gemacht, ein bisschen zurückgeschaut, aber auch ein paar Herausforderungen anklingen lassen und dann war eine muntere Diskussion. Alle möglichen Leute meldeten sich zu Wort und haben so ihre Sicht der Dinge angegeben, was also für die Konferenz, für den Vorsitzenden, für die Zukunft, von großer Bedeutung sein könnte. Und das ist dann so stehen geblieben. Gewählt haben wir noch nicht, es hat auch keine Vorwahl oder sowas, oder Probeabstimmung gegeben, sondern jetzt muss jeder in sich hineinhorchen und dann überlegen, wem er seine Stimme geben wird.

domradio.de: Die Frage war ja immer wieder: Die Position nach innen, ist es einer, der alle Bischöfe vereint, aber auch die Frage eines Sprachrohrs nach außen ist wichtig. Wie schätzen Sie das ganz persönlich ein?

Heße: Ich glaube, beides ist gleichermaßen wichtig. Das ist mir an der Diskussion deutlich geworden: Es muss jemand geben, der die Konferenz gut nach außen vertritt, der auch ein Sprachrohr der deutschen katholischen Kirche ist, es muss aber auch jemand sein, der die Konferenz nach innen eint. Und wahrscheinlich kann nur jemand, der gut diese einende Funktion erfüllt, auch die Konferenz gut nach außen vertreten. Das gehört zusammen. Aber die Bischöfe kennen sich untereinander ja besser als ich die kenne, ich kann ja nur so meinen Außenblick darauf übertragen. Ich bin mal gespannt, wer da morgen gewählt wird. Klar ist ja, die Person gibt es schon, und man kann nur auswählen unter den Vorhandenen, und zwar unter den Ortsbischöfen, es kann ja kein Weihbischof Vorsitzender der Konferenz werden, sondern immer nur ein Ortsbischof. Da gibt es 27, bzw., wenn man die Administratoren abzieht, gibt es ein paar weniger. manche sind schon ein bisschen älter, vorm Ruhestand, manche sind ganz jung. Also der Kreis reduziert sich auf einige wenige.

domradio.de: Wir haben vier Administratoren, Sie können also nicht dabei sein. Gibt es denn eine Abstimmung unter den Kölnern, dass es sowas wie einen Kölner Block gibt?

Heße: Ich wurde schonmal gefragt, ob ich hier ein Mandat hätte. Ich bin der Administrator des Erzbistums Köln, ich komme hier nicht mit einem Auftrag des Domkapitels hin, ich komme auch nicht im  Auftrag des Alterzbischofs, sondern ich muss meine Überzeugung da kundtun und nach meinem Gewissen die richtige Entscheidung treffen.

(DR)

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