Bischöfe denken über spezielle Weihe für Frauen nach

"Ein eigenes Profil"

Eine spezielle Weihe für Frauen in der katholischen Kirche haben führende Kirchenvertreter aus Deutschland angeregt. Im Video-Interview dazu: Sr. Gruber, Kardinal Kasper und Bischof Bode.

Bischof Franz-Josef Bode in Trier (DR)
Bischof Franz-Josef Bode in Trier / ( DR )

Kurienkardinal Walter Kasper stellte am Mittwoch in Trier die Frage, ob die Kirche nicht ein sakramentales Amt für Frauen vorsehen könne, das "ein eigenes Profil" hätte. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann sagte im SWR, es müsse ein überzeugendes Berufsbild für Frauen gefunden werden, "das wirklich auch dann eine sakramentale Weihe braucht". Der Vorsitzende der Seelsorge-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Franz-Josef Bode, begrüßte die Anregung Kaspers, über die Schaffung des Amtes einer «Gemeinde-Diakonin» nachzudenken.

Bode äußerte sich zum Abschluss eines Studientages der Bischöfe im Rahmen ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier. Thema war "Das Zusammenwirken von Frauen und Männern im Dienst und Leben der Kirche". Als Gastreferent brachte Kasper die besondere Form der Diakoninnenweihe und mehr Mitbestimmungsrechte für Frauen in der Kirche ins Gespräch. Er schlug vor, dafür an die Tradition des Diakoninnenamtes anzuknüpfen, wie es bereits in der frühen Kirche existierte.

Dieses Amt war nach dem heutigen Stand der Forschung vom Diakonenamt der Männer wesentlich verschieden. Eine Teilhabe von Frauen am priesterlichen Weiheamt und dem dazu gehörenden, Männern vorbehaltenen Diakonat ist nach Kaspers Überzeugung hingegen aus dogmatischen Gründen nicht möglich.

Dem Beispiel der Apostel folgen
Kasper schlug ferner vor, Frauen bis in höchste kirchliche Entscheidungsgremien einzubeziehen. Dem Beispiel der Apostel folgend sollten "bei der anstehenden Erneuerung der synodalen Struktur Frauen in Synoden, in Pastoralen Räten und in Kommissionen angemessen beteiligt werden". Bislang haben Frauen weder in Synoden noch in Konzilien ein Stimmrecht.

Für die 16 teilnehmenden Frauen des Studientages ließ die Theologieprofessorin Margareta Gruber Sympathie für Kaspers Vorschlag erkennen. Zugleich warnte sie, sich allein auf Ämter und Weihen zu konzentrieren. "Wenn man sich immer weiter an dieser Frage festbeißt, kommt man nicht voran." Anna-Maria Mette von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands kfd ergänzte, viele Frauen erwarteten schon, dass sich auch in diesem Punkt "irgendwann etwas ändert".


Quelle:
KNA