Kardinal Reinhard Marx in Trier
Kardinal Reinhard Marx in Trier
Kardinal Reinhard Marx in St. Paulin in Trier
Kardinal Reinhard Marx in St. Paulin in Trier

19.02.2013

Bischöfe gehen an die Arbeit In "Demut und Freiheit"

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hält Demut und Freiheit für zwei Kerntugenden von Bischöfen. Beide Haltungen seien vor allem in "unübersichtlichen Situationen" wichtig, sagte Marx in Trier.

Zur Demut gehöre "die Kraft der Geduld, der Offenheit für andere Meinungen, die Bereitschaft, nach der Wahrheit zu suchen und sie nicht einfach selbstherrlich für sich selbst zu beanspruchen". Freiheit zeichne sich aus durch den Mut, sich von Mehrheitsmeinungen zu unterscheiden und eigenen Überzeugungen zu folgen, so Marx vor dem deutschen Episkopat am Dienstag bei einem Gottesdienst zur Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe.

Bischöfe beraten über Glaubenstreffen in Köln

Auf ihrer Frühjahrsvollversammlung in Trier beraten die katholischen Bischöfe am Dienstag über den Eucharistischen Kongress. Das Glaubenstreffen findet im Juni in Köln statt. Erwartet werden rund 60.000 Teilnehmer. Weitere Themen der Bischofsversammlung sind unter anderem der künftige Kurs bei der sogenannten Pille danach, die weitere Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchsskandals und die Rolle der Frau in der Kirche.

Große Mehrheit der Deutschen für Reformen in der Kirche

Derweil wünschen sich die Deutschen mehrheitlich Reformen in der katholischen Kirche. 88 Prozent sprechen sich nach einem am Dienstag veröffentlichen ZDF-Politbarometer-Extra dafür aus, dass der Zölibat abgeschafft wird, 83 Prozent sind für Frauen im Priesteramt.

Zwischen Katholiken und der Gesamtbevölkerung gibt es dabei kaum Unterschiede. Knappe Mehrheiten gibt es allerdings gegen eine strikte Altersgrenze für Päpste. Die weitaus meisten Deutschen würden es begrüßen, wenn es in der katholischen Kirche bei den Themen Zölibat, Frauen im Priesteramt oder Wiederverheiratung Geschiedener zu Reformen käme. So sind 88 Prozent aller Befragten und 84 Prozent der Katholiken der Meinung, katholische Priester sollten heiraten dürfen. Nur acht Prozent lehnen das ab, unter den Katholiken sind es zwölf Prozent.

Eine Öffnung des Priesteramtes für Frauen wünschen sich 83 Prozent, 13 Prozent sind dagegen. Auch hier unterscheidet sich die Einstellung der Katholiken nicht wesentlich von der Gesamtheit; 75 Prozent sind dafür, 22 Prozent dagegen. Ähnlich hoch ist die Zustimmung, wenn es um die kirchliche Heirat von Geschiedenen geht.

81 Prozent sprechen sich dafür aus (Katholiken: 79 Prozent), nur 13 Prozent (Katholiken: 16 Prozent) meinen, Geschiedenen sollte es nicht erlaubt sein, wieder kirchlich zu heiraten. Zudem fordert eine Mehrheit, die katholische Kirche solle sich stärker an den Wünschen der Basis orientieren. Bei strittigen Themen sollten nach Meinung von 79 Prozent aller Befragten und 74 Prozent der Katholiken die Wünsche der Kirchenmitglieder als Richtschnur dienen, nur elf Prozent (Katholiken: 15 Prozent) sind der Meinung, die Kirche solle sich - im Zweifelsfall auch gegen den Willen vieler ihrer Mitglieder - nach ihren traditionellen Grundsätzen richten.

Nach dem angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wird auch darüber diskutiert, ob es in Zukunft für Päpste eine Altersgrenze geben soll. 43 Prozent fänden es gut, wenn ein Papst mit Erreichen eines bestimmten Alters aus dem Amt ausscheiden müsste, 46 Prozent lehnen das ab. Von den Katholiken befürworten 41 Prozent eine solche Altersgrenze, 52 Prozent sind dagegen.

(KNA, DBK)

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