01.03.2012

Bischof Hofmann über das neue Gebet- und Gesangbuch Gotteslob geht in die Endkurve

Das neue Gotteslob nimmt stark an Gestalt an. Die Bischöfe haben während ihrer Frühjahrsvollversammlung die Texte für die Neufassung des Gebet- und Gesangbuch genehmigt. Jetzt muss die neue Ausgabe noch von Rom gutgeheißen werden, erklärt der für das Gotteslob zuständige Bischof Hofmann im domradio.de-Interview.

domradio.de: Wie ist denn der aktuelle Stand beim Gotteslob?
Bischof Hofmann: Ich freue mich, dass wir jetzt auf die Endkurve eingegangen sind und zwar hatten wir ja schon im vergangenen Herbst die Lieder des neuen Gotteslobes in der Bischofskonferenz approbiert. Das hat auch die österreichische Bischofskonferenz, der Bischof von Bozen-Brixen getan. Ich habe alle Sachen im Herbst nach Rom gebracht, zur Rekognoszierung, das heißt in Rom werden diese Texte noch einmal durchgesehen und heuer haben wir die Texte für das neue Gebet- und Gesangbuch in der Bischofskonferenz approbiert, das geschieht demnächst in Österreich in Bozen- Brixen und insofern haben wir also schon eine Endphase erreicht, wenn alles rekognosziert ist, werden wir die endgültigen Texte, Lieder vorliegen haben und können damit in den Druck gehen.

domradio.de: Die Prognosen sind immer schwierig, weil sie die Zukunft betreffen, aber was peilen Sie für eine Zielmarke an?
Bischof Hofmann: Ich hoffe, dass wir Ende 2013 das neue Gotteslob in Deutschland, Österreich präsentieren können. Es kann allerdings auch sein, dass es sich aufgrund irgendwelcher Schwierigkeiten auf 2014 hin ausdehnt, aber ich denke, dann ist auch der endgültige Zeitpunkt erreicht.

domradio.de: Bleibt es bei den Plänen, dass die Lieder von Pueri Cantores mithilfe der Sänger, die wir dort haben, in den Gemeinden eingeübt werden sollen?
Bischof Hofmann: Das ist ganz richtig. Ich freue mich über diese Initiative. Wir haben also über das deutsche liturgische Institut in Trier die Möglichkeit, die Einführung des neuen Gotteslobes in den Gemeinden ein Jahr lang vor Erscheinen dieses Buches einzuüben und zum Zweiten, nach Erscheinen noch einmal ein Jahr lang unsere Gemeinden zu begleiten. Das ist ein ganz wichtiger Schritt, damit die Kostbarkeiten, die in dem neuen Gotteslob stecken, auch gehoben werden und dass die Menschen Freude an diesem Buch finden.

domradio.de: Jetzt haben wir die Lieder, die Gebete und Texte. Es sollte aber, so hörte man, noch etwas Grafisches hinzukommen.  Es war auch an Kunstwerke, an Bilder gedacht, die in dem neuen Gebet- und Gesangbuch Platz finden. Ist man da schon einen Schritt weitergekommen?
Bischof Hofmann: Ja, in der deutschen Bischofskonferenz haben wir uns geeinigt, dass zumindest zwei Farbbilder hineinkommen, aber auch eine Reihe von kleinen grafischen Zeichnungen, die eine eigene Sprache haben, die nicht nur von den Noten oder vom Satz der Buchstaben bestimmt werden, sondern die eine ganz eigene Zugangsweise zum Glauben haben, die offen sind für den Menschen unserer Zeit. So dass ich hoffe, die Leute nehmen das Buch gerne in die Hand und können gleichsam, wie bei der Pause innerhalb eines Musikstückes, im Blick auf solche kleine graphische Zeichnungen tief durchatmen und sich über das Gotteslob freuen.

domradio.de: Ihnen liegt die Kunst immer sehr am Herzen. Freuen Sie sich persönlich ganz besonders darüber, dass das jetzt gelungen ist, erstmalig auch Kunstwerke in dieser Form einzubringen?
Bischof Hofmann: Sie können sich denken, es ist sehr schwierig, gerade in Sachen Kunst einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ich weiß, dass bei vielen Menschen eben ganz unterschiedliche Kunstvorstellungen da sind und schon einmal eine Bischofskonferenz auf einen Weg zu bringen, ist etwas ganz Gutes und auch die Offenheit zu sehen, auch moderne Wege gehen zu können. Ich vermute einmal, dass wir am Schluss zu einem wirklich guten kleinen Kunstwerk kommen.

domradio.de: Gibt es etwas, was wir schon kennen oder sind es eher unbekannte Zeichnungen?
Bischof Hofmann: Es sind unbekannte Zeichnungen, die von einer Künstlerin angefertigt werden, gerade im Blick auf das Gotteslob, aber sie dienen nicht der Illustration bestimmter Texte, sondern sie sind eigenständige Wege, innerlich, seelisch einmal durchzuatmen. Darüber freue ich mich und ich denke auch, dass Menschen, die mit moderner Kunst nicht viel am Hut haben, trotzdem bereit sind, einfach neugierig darauf zu schauen. Ein Kunstwerk, das sich im ersten Blick erschließt, verliert sehr schnell seinen Reiz, aber eine Kunst, die immer wieder animiert nachzudenken, was will denn damit gesagt werden oder was sagt mir das in diesem Augenblick, das animiert die Menschen nachzudenken und über das Nachdenken auch in die Tiefe der Seele hinabzusteigen.

Das Interview führte Ingo Brüggenjürgen (domradio.de)

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