Annette Schavan im Gespräch
Annette Schavan im Gespräch

07.03.2019

Schavan fordert stärkere Auseinandersetzung mit der Bibel "Heilige Schrift ist manchen fremd geworden"

Die frühere deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, fordert eine stärkere Auseinandersetzung mit der Bibel. Die Heilige Schrift sei manchen fremd geworden, bedauert die Vorsitzende der Stiftung Bibel und Kultur.

Schavan äußerte sich bei einer Ausstellungseröffnung in Mainz, wie das Bistum am Donnerstag mitteilte. Ohne Kenntnis der Bibel würden die Grundlagen fremd, die für das Zusammenleben bedeutsam seien. "Wir werden uns fremd, wenn wir die Bibel vergessen", so die ehemalige Bundesbildungsministerin.

Sonderausstellung mit neuem Blickwinkel auf die Bibel

Im Dommuseum ist ab diesem Donnerstag eine Sonderausstellung zu sehen, die einen neuen Blickwinkel auf die Bibel eröffnen will. Die Schau zeigt 77 Einzelwerke, darunter Gemälde, Fotografien, Videoinstallationen und Skulpturen, von 30 Künstlern aus Europa.

Der Titel der Ausstellung lautet: "Vertraut und fremd. Vulgata 77. Zeitgenössische Zugriffe auf die Bibel." Die Vulgata ist die von 380 bis 400 nach Christus größtenteils vom Kirchenvater Hieronymus erarbeitete lateinische Bibelübersetzung. Sie galt von der Spätantike bis zum Mittelalter in Westeuropa als wichtigste Quelle des in hebräischer und griechischer Sprache überlieferten Bibeltextes.

Über Jahrhunderte hinweg sei die Vulgata "zentrale Inspirationsquelle der abendländischen Kunst" gewesen, so die Ausstellungsmacher. Die Schau frage, ob die zeitgenössische Kunst "Zeugnis vom Glauben ablegen" könne. Grassierender Fundamentalismus sei dabei ebenso Thema wie die Poesie der Bibel und ihre Texte über Schuld, Schmerz, Gewalt, Liebe und Schönheit.

Kohlgraf nennt Ausstellung "eindrucksvoll"

Der Mainzer katholische Bischof Peter Kohlgraf bezeichnete die Ausstellung in einem Grußwort als eindrucksvoll. Sie zeige, "wie Künstler heute auf die Bibel zugreifen, welche Themen, Anfragen und auch Brüche sich bei ihrer Lektüre der biblischen Schriften auftun".

Die Schau geht auf eine Initiative der ökumenischen Stiftung Bibel und Kultur aus Anlass ihres 30. Gründungsjahres zurück. Sie ist bis 7. Juli zu sehen.

(KNA)

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