Faksimile der Gutenberg-Bibel
Faksimile der Gutenberg-Bibel
Johannes Gutenberg
Johannes Gutenberg
Fragment von Gutenberg-Bibel
Fragment von Gutenberg-Bibel
Gutenberg-Museum in Mainz
Gutenberg-Museum in Mainz

22.05.2018

Buchwissenschaftler gibt Faksimile-Ausgabe von Gutenberg-Bibel heraus Erinnerung an einen Revolutionär

Als einen Beitrag zum Gutenberg-Jahr hat der Mainzer Buchwissenschaftler Stephan Füssel eine Faksimile-Ausgabe der Gutenberg-Bibel von 1454 herausgegeben.

Die Veröffentlichung der 1268 originalgetreu wiedergegebenen Seiten, zusammen mit einem Kommentar von 144 Seiten sei "ein Gruß der Stadt Mainz an die Welt", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). In diesem Jahr erinnert die Stadt an den 550. Todestag des Erfinders des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern.

Vom Erstdruck sind 49 Exemplare erhalten. Für den Faksimile-Druck wurde der Band verwendet, der in der Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen aufbewahrt wird und im Jahr 2000 ins Unesco-Weltdokumentenerbe aufgenommen wurde. Diese Ausgabe kann auch im Internet eingesehen werden. Die Digitalisierung in hoher Auflösung war auch Grundlage für die Reproduktion im Taschen-Verlag.

Aus innerstädtischen Konflikten geflohen

Geboren wurde Gutenberg irgendwann um das Jahr 1400 in Mainz oder möglicherweise auch in Eltville auf der anderen Rheinseite im Rheingau. Er gehörte einer Familie wohlhabender Kaufleute an und hieß eigentlich Johannes Gensfleisch - der spätere Name kommt vom Hof zum Gutenberg, wo seine Eltern Friele und Else ansässig waren. Möglicherweise studierte Gutenberg in Erfurt, das damals zum Erzbistum Mainz gehörte. Innerstädtische Konflikte waren wohl mit ein Grund, warum er Mainz 1428 verließ. Gesichert ist, dass er von 1434 bis 1444 in Straßburg war - die damals bedeutendere Stadt bot auch mehr Erwerbsmöglichkeiten.

Nach der Rückkehr nach Mainz setzte Gutenberg seine Arbeiten zum Buchdruck mit beweglichen Lettern fort. Unterstützung fand er bei dem Geschäftsmann Johannes Fust und dem Schreiber Peter Schöffer. Zwischen 1452 und 1454 entstand die Gutenberg-Bibel, nach dem Layout von 42 Zeilen auch kurz B-42 genannt.

Technik veränderte die Welt

Binnen zwei Jahren druckte er in seiner Mainzer Werkstatt mit 20 Angestellten 180 Exemplare, in perfektem Blocksatz und verziert mit aufwendigen Malereien, teils auf Pergament, die meisten jedoch auf günstigerem Papier.

Die Technik Gutenbergs verbreitete sich wie ein Lauffeuer über Europa. Im Jahr 1500 produzierten Druckereien an 255 Orten nicht nur gelehrte Werke, sondern auch antirömische Flugblätter und Schmähschriften gegen Ablasshandel und den Prunk der römischen Kurie. Rund 100 Jahre später erschien die erste Zeitung. Ohne den Buchdruck wäre es wohl kaum zur Reformation gekommen.

Ehrung mit vielen Veranstaltungen

Mainz und das Gutenberg-Museum ehren den größten Sohn der Stadt in diesem Jahr mit vielen Veranstaltungen. "Ohne Zweifel Gutenberg?", heißt eine geplante Ausstellung. Das Fragezeichen deutet an, dass dem Erfinder sein Ruhm immer wieder streitig gemacht wurde. Denn in China und Korea hatte es bereits Jahrhunderte früher Versuche mit beweglichen Lettern gegeben. Schutt-Kehm sieht das gelassen: «Die Ausstellung wird zeigen, dass diese Verfahren weit hinter der technischen Perfektion Gutenbergs zurückstehen. Er bleibt der Erfinder des modernen Buchdrucks.»

(dpa, KNA)

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