Das letzte Abendmahl
Das letzte Abendmahl

13.04.2017

Fragen und Antworten rund um den Donnerstag in der Karwoche Welche Bedeutung hat der Gründonnerstag?

Während Montag bis Mittwoch der Karwoche im Vatikan keine großen Feierlichkeiten waren, startet am sogenannten Gründonnerstag das Erinnern an das Leiden und Sterben Jesu. Was also steckt hinter diesem für die Christen besonderen Tag? domradio.de erklärt es.

Warum feiern wir Gründonnerstag?

"Wir feiern Gründonnerstag, weil jetzt die Zeit beginnt, in der wir dem Leiden, Sterben, Kreuzigung und Auferweckung Jesu gedenken und das beginnt mit dem letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern", erklärt Bibelexperte Dr. Gunther Fleischer.

Welche biblischen Überlieferungen haben mit diesem Tag zu tun?

Dank der Darstellung von Leonardo da Vinci ging die Szene des Abendmahls in die Kunstgeschichte ein. Die Bibel überliefert, dass Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung mit den zwölf Jüngern nach einer rituellen Fußwaschung das letzte Abendmahl zu sich genommen habe. "Wir denken zugleich an den anschließenden Gang zum Ölberg", erklärt der Leiter der Erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule.

Woher kommt der Begriff Gründonnerstag?

"Das hat nichts mit der Farbe zu tun, sondern kommt von 'greinen' – 'weinen'", sagt der Experte. Es gehe auf Leute zurück, die im Mittelalter sogenannte Büßer waren. Sie waren von der Messfeier der Kirche ausgeschlossen. Angeblich wurden sie am Donnerstag vor Ostern wieder in die Gemeinde aufgenommen. "Deshalb weinte man vor Freude – vorösterlicher Freude", erklärt Fleischer.

Warum dann genau der Donnerstag der Karwoche?

"Weil die Tradition dazu kommt, es muss am Donnerstagabend stattgefunden haben. Die Kreuzigung war am Freitag – noch vor Beginn des Vorabends, weil da der jüdische Sabbat war. Die Auferweckung war ja am Sonntagmorgen. So ergeben sich die Tage", erklärt Fleischer gegenüber domradio.de.

Wie begehen Christen diesen Tag?

Am Gründonnerstag versammeln sich Christinnen und Christen traditionell zu einem Gottesdienst und feiern das Abendmahl. "Es ist im Grunde eine Eucharistiefeier – eine Messfeier – die auch kein ausführliches Formular hat", so Fleischer.

Außerdem sind die Kirchenglocken am Gründonnerstag das letzte Mal zu hören, bis sie erst wieder am Ostersonntag erklingen. Am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung, schweigen die Glocken hingegen; auch Orgelklänge sind nur in Ausnahmefällen zu hören.

Da Jesus an diesem Tag als Akt der Demut und des Dienstes den Jüngern die Füße gewaschen haben soll, zelebrieren einige Gemeinden am Gründonnerstag die Fußwaschung, um damit Jesu Fußwaschung bei den Jüngern zu gedenken. Auch der Papst vollzieht dieses Ritual Jahr für Jahr.

Was sind Bräuche an diesem Tag?

Auch außerhalb der Kirchen haben sich Bräuche entwickelt. Viele sind aus dem Volksaberglauben entstanden und haben sich bis heute gehalten. Besonders beliebt ist es, am Gründonnerstag grüne Speisen, Kräuter oder Gemüse zu verzehren, wie etwa Spinat. Gerade in ländlichen Gebieten haben sich außerdem Umzüge entwickelt, die dem Volksglauben nach böse Geister austreiben sollen.

 

(dr)

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