Archivbild: Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus (r.)
Archivbild: Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus (r.)

16.04.2021

Benedikt XVI. feiert seinen 94. Geburtstag "Geistig ist er weiter auf der Höhe"

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. feiert seinen 94. Geburtstag an diesem Freitag zurückgezogen. Der Vatikan geht äußerst diskret mit Einzelheiten zu seinem Gesundheitszustand um. Gegen Corona ist er aber vollständig geimpft.

DOMRADIO.DE: Wie verbringt der Papa Emeritus seinen Geburtstag?

Stefan von Kempis (Radio Vatikan): Das wüssten wir gern, wir wären gerne mit dabei, wenn Benedikt XVI. die 94 Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen auspustet, aber das geht nicht. Diesmal mauert sein Sekretär, Erzbischof Georg Gänswein. Er hat mir gestern gesagt, er habe sämtliche Journalistenanfragen, und das seien nicht wenige, dieses Jahr abgeschmettert. Offenbar will der emeritierte Papst diesmal seine Ruhe haben.

Letztes Jahr war das noch anders. Da waren wenigstens ein paar Details nach außen gedrungen. Unter anderem, dass Benedikt mit seinem älteren Bruder Georg Ratzinger telefonierte und feierte. Aber der Bruder ist ja im Juli letzten Jahres verstorben und darum ist das jetzt der erste Geburtstag ohne großen Bruder. Das ist für Joseph Ratzinger, Benedikt XVI., wahrscheinlich etwas traurig.

DOMRADIO.DE: Weiß man denn, ob Franziskus ihm zum Geburtstag gratulieren wird?

Kempis: Ich gehe fest davon aus, aber das wird alles immer mit einer Wolke von Diskretion umgeben. Es gibt ständige, gute Kontakte zwischen dem amtierenden und dem emeritierten Papst. Aber keiner von beiden hängt das an die große Glocke.

DOMRADIO.DE: 94 ist ein stolzes Alter. Wie fit ist Joseph Ratzinger denn noch? Vielleicht zieht er sich deswegen zurück, weil seine Gesundheit nachlässt?

Kempis: Das ist die allgemeine Vermutung. Letztes Jahr hat man ihn noch im Rollstuhl durch Regensburg rollen sehen, als er seinen sterbenden Bruder besucht hat. Seitdem ist er öffentlich überhaupt nicht mehr aufgetreten. Die letzten Bilder sind vom vergangenen November, als die neu ernannten und neu erhobenen Kardinäle zusammen mit Franziskus bei Benedikt waren. Da war er sehr mager, sehr fragil, ein bisschen gebückt, etwas unverständlich sprechend, er sprach nur noch wenige Sätze.

Aber er ist offenbar hellwach. Das scheint der Zustand von Benedikt XVI zu sein. Er hat Anfang April der Tagespost ein, aus meiner Sicht, schriftlich geführtes Interview zum von Papst Franziskus ausgerufenen Josefsjahr gegeben. Das ist theologisch so dicht, gut überlegt und auch mit ein paar persönlichen Erinnerungen so geschickt gewürzt, dass mein Eindruck ist: Geistig ist Joseph Ratzinger weiter auf der Höhe, aber der Körper macht immer weniger mit.

DOMRADIO.DE: Bestimmt hätte Benedikt an seinem Geburtstag gerne wieder mit seinem älteren Bruder telefoniert. Wie sehr hat ihn der Tod seines Bruders getroffen?

Kempis: Ich glaube, es überwiegt bei ihm wohl vor allen Dingen die Erleichterung, dass er ihn noch letztes Jahr im Sommer in Bayern gesehen hat. Da konnten sie richtig Abschied voneinander nehmen und auch zusammen noch einmal die Messe feiern. Der emeritierte Papst feierte und der sterbende große Bruder zelebrierte vom Krankenbett aus mit. Ich glaube, diese Art von Abschied, das hat beiden gutgetan, vor allen Dingen Benedikt XVI. Aber natürlich ist das traurig, wenn man sozusagen ein Leben miteinander verbracht hat. Das war ja eine ganz besondere Geschwisterbeziehung.

DOMRADIO.DE: Gratuliert die deutschsprachige Redaktion von Radio Vatikan in irgendeiner Weise?

Kempis: Ich habe Erzbischof Gänswein gesagt, er solle für uns auch mit gratulieren, und ich hoffe, dass er das auch ausrichtet. Für nächstes Jahr hat uns Erzbischof Gänswein schon irgendein großes Tamtam zum 95. Geburtstag - eher scherzhaft - zugesichert. Aber ich will ihn da gerne beim Wort nehmen. Darum halte ich mich dieses Jahr ein bisschen zurück in der Hoffnung, dass wir nächstes Jahr vielleicht das große Interview, den Besuch im früheren Kloster Mater Ecclesiae bei Benedikt oder irgendetwas Ähnliches hinkriegen

DOMRADIO.DE: Vielleicht hat sich die Corona-Situation bis dahin verbessert. Dieses Jahr hätte ja der Papst wahrscheinlich sowieso keine Gäste deswegen empfangen, oder?

Kempis: Ja, das mag mit hineinspielen, andererseits wird Corona im Vatikan gar nicht mehr als so schlimm empfunden. Denn wir sind alle komplett durchgeimpft - ich und meine ganzen Familie übrigens auch. Da war der Vatikan schneller als manch andere Staaten. Klar, es ist ein Kleinstaat, das kann er sich auch erlauben. Und auch Benedikt XVI., Franziskus sowieso, sind geimpft. Sie sind zweimal mit Pfizer/Biontech geimpft worden. Von daher kann man doch eine gewisse Normalität wieder aufnehmen. Das haben wir ja auch bei der Papst-Reise in den Irak gesehen, dass da jetzt allmählich nicht die alte, aber eine neue Normalität wieder anfängt, das gilt auch für Benedikt.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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