Papst em. Benedikt XVI. und Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Jahr 2014
Papst em. Benedikt XVI. und Kardinal Gerhard Ludwig Müller im Jahr 2014
Buchrücken alter theologischer Bücher in einem Regal im Institut Papst Benedikt XVI.
Buchrücken alter theologischer Bücher in einem Regal im Institut Papst Benedikt XVI.
Bischof Voderholzer mit Benedikt XVI. (Archiv)
Bischof Voderholzer mit Benedikt XVI.

03.12.2018

Zehn Jahre Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg Ratzingers Werk "Geschenk eines Kirchenvaters von heute"

Mit dem Segen von Papst Benedikt XVI. wurde 2008 in Regensburg ein Institut eingerichtet, um sein wissenschaftliches Werk systematisch zu erfassen und herauszugeben. Zwei Drittel der Aufgabe sind geschafft.

Wohl kein anderer Papst hat ein solch dichtes theologisches Werk geschaffen wie Benedikt XVI. Selbst nach der Wahl zum Kirchenoberhaupt 2005 beließ er es nicht bei Enzykliken, sondern veröffentlichte noch drei Bücher über Jesus von Nazareth.

2007 konnte ihn schließlich der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller, einst selbst Inhaber eines Dogmatik-Lehrstuhls wie Joseph Ratzinger, überreden, dass dessen gesamtes wissenschaftliches Werk erschlossen und kompakt beim Herder-Verlag herausgegeben werden solle.

Pilgerstätte für Theologien aus aller Welt

Mit dem Segen des Papstes gründete Müller ein Jahr später das Institut Papst Benedikt XVI. in Regensburg. Seither ist die Stadt zu einer Pilgerstätte für Theologien aus aller Welt geworden. Selbst das Interesse nach Übersetzungen in andere Sprachen ist groß. Bei einem Festakt am Sonntagabend zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung wurde eine vorläufige, positive Bilanz gezogen, sind doch bereits zwei Drittel der Arbeit geschafft. 

Auch Müller, der unter Benedikt XVI. zum Präfekten der Glaubenskongregation und zum Kardinal aufstieg, war gekommen. In einem kurzweiligen Rückblick erinnerte er sich, wie er dem damals noch im Amt befindlichen Papst stolz den ersten Band mit Texten zur Theologie der Liturgie überreichte, gut 800 Seiten stark. An die 30.000 Seiten insgesamt würden es wohl am Ende werden, prophezeite Müller. Worauf Benedikt XVI. meinte: "Wer soll das denn alles lesen?" Doch sein Gegenüber konterte: "Heiliger Vater, ich weiß es nicht. Aber ich kenne die Person, die das alles geschrieben hat."

"Kirchenvater von heute"

Der Kardinal nannte Benedikt XVI. denn auch einen "Kirchenvater von heute", der mit seinen Schriften ein "Geschenk für die ganze Kirche" hinterlassen habe. Deshalb hoffe er, dass die Arbeit am Institut gut und erfolgreich weitergehe. Als Direktor der Einrichtung hatte Müller damals Rudolf Voderholzer eingesetzt, der schließlich auch sein Nachfolger als Bischof von Regensburg wurde.

Dieser ist in seinem Element, wenn er über Ratzinger spricht. In der vorausgehenden Vesper in der Schottenkirche Sankt Jakob überraschte er die Anwesenden mit adventlichen, aktuellen Gedanken, die nicht von ihm, sondern aus einer Predigt des jungen Diakons Ratzinger von 1950 stammten. Damit gab der Bischof bereits einen Vorgeschmack auf den im Frühjahr 2019 zu erwartenden Band mit den gesammelten Predigten von Benedikt XVI., darunter einige bisher noch nicht veröffentlichte.

Herausgekommen sei ein "geistig-geistlicher Begleiter" für das Kirchenjahr, der vielen als Inspiration dienen dürfte. 11 von 16 geplanten Bänden sind bisher erschienen. Davon mussten aufgrund der Fülle vier in Teilbände aufgeteilt werden. Das Ziel, jährlich zwei Bände herauszugeben, sei nicht ganz erreicht worden, räumte Voderholzer ein. Dennoch könne sich die Leistung sehen lassen.

Vorlagen für die Reden von Kardinal Frings

Mit flankierenden Publikationen beteiligt sich das Institut nämlich zugleich an Fachdebatten. So sind in den "Ratzinger-Studien", die im Regensburger Verlag Pustet verlegt werden, Dissertationen, Monografien und Tagungsbände veröffentlicht. Am meisten Forschungsbedarf sieht der Bischof bei der Bedeutung, die Ratzinger für das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) hatte.

Damals schrieb er die Vorlagen für die Reden des Kölner Kardinals Josef Frings. Voderholzer nannte es ein "Armutszeugnis", dass sich bisher niemand diesem Thema gewidmet habe. Künftige Bände werden sich noch der Schöpfungstheologie und Mariologie widmen, außerdem der Gottesfrage, dem Verhältnis von Glaube und Vernunft sowie der Theologie Europas. Gerade letzteres Thema sei angesichts der Krise, in der sich Europa befinde, aktuell wie nie.

Ein Band wird ferner Ratzingers unvollständige Autobiografie enthalten, die mit seinem Abschied aus München 1982 endet. Ergänzend soll seine Beziehung zum Vorgänger im Papstamt, Johannes Paul II., thematisiert werden.

Barbara Just
(KNA)

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