Benedikts Schreiben zum Judentum erntet viel Kritik
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Kurienkardinal Kurt Koch
Kurienkardinal Kurt Koch

21.08.2018

Kardinal Koch will Irritationen bei Rabbinern ausräumen Jüdisch-katholischer Dialog

Der Präsident der Vatikanischen Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum, Kurt Kardinal Koch, hat erneut den Aufsatz des emeritieren Papstes Benedikt XVI. zum Verhältnis von Christentum und Judentum verteidigt.

In einem am Montag veröffentlichten offenen Antwort-Brief wandte sich Kurt Kardinal Koch an die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland, um "eine Reihe von Irritationen auszuräumen". Er versicherte, die Erneuerung des Verhältnisses der katholischen Kirche zum Judentum sei "irreversibel".

Die Rabbiner hatten den Kardinal in einem offenen Brief gefragt, warum er im Geleitwort zu dem Aufsatz schreibe, dass Benedikts "theologische Reflexionen in das künftige Gespräch zwischen Kirche und Israel eingebracht werden sollten" und dass "der vorliegende Beitrag das jüdisch-katholische Gespräch bereichern" werde.

Wird der Dialog unter falschen Voraussetzungen geführt?

Die liberal ausgerichtete Allgemeine Rabbinerkonferenz Deutschlands wertete eine erste Stellungnahme Kochs zur Kritik an dem Beitrag des emeritierten Papstes als "unzureichend, ja befremdlich". Kochs Ausführungen ließen fürchten, "dass der Dialog unter falschen Voraussetzungen geführt wird".

Das Anliegen des emeritierten Papstes, schreibt Koch jetzt an die Rabbiner, sei zu prüfen, wie gut der jüdisch-katholische Dialog in der katholischen Theologie begründet sei. Zu diesem Zweck stelle er "zwei wesentliche Argumente auf den Prüfstand einer theologischen Sprachkritik": die Verwerfung der Lehre, dass die Kirche an die Stelle des alttestamentlichen Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel getreten sei, und die Rede vom ungekündigten Bund.

"Das Ergebnis dieser Prüfung ist, wie ich es sehe und hoffe, keine Schwächung, sondern eine Stärkung des Beitrags, den die katholische Theologie im Dialog mit dem Judentum geben kann", so der Kardinal.

Tradition der Kirche könne keine Begründung für eine Idee sein

Die Ausführungen des emeritierten Papstes zur "Substitutionsekklesiologie" wollten vor allem zeigen, dass die Tradition der Kirche selbst niemals als Begründung dafür herangezogen werden könne, die Idee der Ersetzung als irgendwie legitim anzusehen, weil es immer auch andere Töne gegeben habe.

Benedikt XVI. mache "indirekt auch deutlich, dass das Zweite Vatikanische Konzil, indem es eine Erneuerung des Verhältnisses der Kirche zu den Juden begründet hat, nicht einen Bruch mit der gesamten bisherigen Geschichte der Kirche vollzogen hat, sondern mit dem schrecklichen Antijudaismus in ihr", hebt Koch weiter hervor.

(KNA)

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