Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus mit den neuen Kardinälen
Papst em. Benedikt XVI. und Papst Franziskus mit den neuen Kardinälen
Kardinal Giovanni Angelo Becciu
Kardinal Giovanni Angelo Becciu

02.07.2018

So beschreibt Kardinal Becciu Benedikts Zustand "Geistig nach wie vor sehr fit"

Vor über fünf Jahren hat Papst Benedikt XVI. sein Amt als Kirchenoberhaupt niedergelegt. Weil er das mit fehlender Kraft begründete, wird immer wieder über seinen Gesundheitszustand gesprochen. Kardinal Becciu hat ihn jetzt getroffen.

Fünf Jahre ist es nun her, dass Papst Benedikt XVI. sein Amt als Kirchenoberhaupt niedergelegt hat. Damals trat er aufgrund altersbedingter Einschränkungen zurück - seither kursieren Gerüchte um seine Gesundheit. Menschen, die ihn persönlich treffen, werden immer wieder nach seiner aktuellen gesundheitlichen Verfassung gefragt.

Einer, der den emeritierten Papst jetzt erst getroffen hat, ist Kardinal Angelo Becciu. Benedikt hatte Becciu gemeinsam mit 13 weiteren neuen Kardinälen am Donnerstag im Vatikan empfangen. Laut Kardinal Angelo Becciu ist der emeritierte 91-jährige Papst Benedikt XVI. geistig nach wie vor sehr fit. "Auch er wird älter, aber geistig ist er ganz klar", sagte der Kardinal dem italienischen Pressedienst SIR am Montag.

"Er hat viele schöne Worte gefunden"

Becciu berichtete darüber am Sonntagabend bei einer Veranstaltung der katholischen Tageszeitung "Avvenire" im süditalienischen Melfi. "Er hat viele schöne Worte gefunden, so wie zu seiner Zeit als Papst. Er wusste mit seine Rede die Herzen seiner Zuhörer zu erreichen", so der Kardinal.

Becciu, der auch Sondergesandter beim Malteserorden ist und im Mai zum neuen Leiter der Behörde für Heiligsprechungen ernannt wurde, war am Donnerstag von Papst Franziskus in den Kardinalsstand erhoben worden. Zuvor hatte der Italiener als Substitut des vatikanischen Kardinalstaatssekretariats eine hohe Position an der Kurie inne - ernannt hatte ihn noch Papst Benedikt XVI. (2005-2013) im Jahr 2011.

Einfacher Mann

In Erinnerung an seine Zeit unter dem damaligen Kirchenoberhaupt sagte Becciu, dieser sei ein einfacher Mann, "schüchtern aber voller Zärtlichkeit", und einer, "der über Theologie und die göttlichen Mysterien sprechen und sie vertiefen konnte".

Der Kardinal beschrieb Benedikt zudem als sehr methodisch und - mit Blick auf seinen historischen Rücktritt vom Papstamt 2013 - als "Mann des Muts". "Er hat gemerkt, dass er nicht mehr die Kraft hatte, die Kirche zu führen und traf den berühmten und ehrenhaften Entschluss, zurückzutreten."

Mit Blick auf 2013

Schon bei der Planung des Weltjugendtags in Brasilien 2013 habe er eine Veränderung gespürt, so Becciu. Er habe dem Papst damals gesagt, dass die Jugendlichen auch einmal einen Weltjugendtag ohne Papst haben könnten, wenn dieser sich nicht zu Kommen in der Lage fühle.

"Er antwortete mir, ein Weltjugendtag ohne Papst sei kein Weltjugendtag. Und deshalb müsse der Papst da sein. Er sagte nicht, 'Ich muss da sein', sondern, 'Der Papst muss da sein'", so Becciu. Im Februar habe Benedikt XVI. dann seinen Rücktritt angekündigt. Laut Becciu aus "Pflichtgefühl und Verantwortung gegenüber der Kirche".

Kardinal Becciu: Erste Begegnung mit Franziskus war ein Schock

Die erste Begegnung mit Papst Franziskus nach dessen Wahl 2013 hat Kardinal Angelo Becciu laut eigener Aussage "geschockt". Der frisch gewählte Papst empfing Becciu, damals noch Substitut des vatikanischen Kardinalstaatssekretariats, nämlich auf ungewohnte Weise, wie der neue Kardinal laut dem italienischen Pressedienst SIR (Montag) ausführte.

Franziskus wohnte damals noch in dem Zimmer, das er auch vor der Wahl zum Papst im vatikanischen Gästehaus Santa Marta bewohnt hatte. Dort gab es zwei Stühle - einer voller Bücher, der andere frei. Der Papst bat Becciu den freien Stuhl an und setzte sich selbst aufs Bett: "Das war ein Schock, denn man war nicht gewohnt, dass der Papst nicht in einem Sessel sitzt", so Becciu. Diese Kleinigkeit habe ihm sofort klar gemacht, dass Franziskus ein einfacher Mann sei. Er schätze an Franziskus nicht nur dessen Einfachheit, sondern auch seine direkte Art und seinen Humor.

In gewisser Weise als "revolutionär"

Becciu, der auch Sondergesandter beim Malteserorden ist und im Mai zum neuen Leiter der Behörde für Heiligsprechungen ernannt wurde, war vergangenen Donnerstag von Papst Franziskus in den Kardinalsstand erhoben worden.

Becciu sagte dort auch, wieso er Papst Franziskus in gewisser Weise als "revolutionär" empfindet: "Er hat eine Vision der Kirche, wie sie Jesus wollen würde, einfach, ohne Rauschgold, eine Kirche, die auf das Wesentliche achtet", so der neue Kardinal. Er nannte auch einen weiteren Aspekt: Der Papst halte sich zwar bei Staatsbesuchen ans Protokoll, habe "die Kirche aber von ihren eigenen Protokollen befreit und so fühlen wir uns alle viel mehr als Seelsorger", so Becciu. Franziskus wünscht sich laut dem Kardinal eine "revolutionäre Kirche, die Barmherzigkeit predig".

(KNA, DR)

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