Papst Franziskus verabschiedet Papst Benedikt vor seiner Abreise
Papst Franziskus verabschiedet Papst Benedikt vor seiner Abreise
Papst Benedikt reist für 2 Wochen nach Castel Gandolfo
Papst Benedikt reist für 2 Wochen nach Castel Gandolfo

30.06.2015

Papst Benedikt reist nach Castel Gandolfo Auf in die Berge

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. wird die kommenden zwei Wochen in der Päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo verbringen. Sein Nachfolger Papst Franziskus habe ihn eingeladen, sagte Vatikan-Sprecher Lombardi am Dienstag.

In einem etwa 30 Minuten langen Gespräch der beiden Päpste habe Franziskus dem 88 Jahre alten Joseph Ratzinger einen guten Aufenthalt in der Residenz bei Rom gewünscht. Der zehn Jahre jüngere Argentinier lud Benedikt nach Angaben von Lombardi ein, weil er wisse, wie wohl dieser sich immer in Castel Gandolfo gefühlt habe.

Der emeritierte Papst Benedikt wird bei seiner Reise für einige Tage von seinem Privatsekretär Georg Gänswein begleitet. Er soll in zwei Wochen am 14. Juli nach Rom zurückkehren, wo er in einem ehemaligen Kloster im Vatikan lebt. In Castel Gandolfo am Albaner See verbringen die Päpste seit Jahren traditionell einige Wochen im Sommer, Papst Franziskus nutzt die Residenz jedoch kaum. Zu viel Luxus, befand er. Zum Schrecken der Gandolfiner - denn mit Franziskus blieben auch die Touristen aus.

Touristen bleiben aus

Papst Benedikt XVI. kommt für zwei zurück in "sein" Castel Gandolfo. "Hier finde ich alles: die Berge, den See - ich kann sogar das Meer sehen - und nette Menschen." Sein Zitat prangt auf einer Steinplatte an der Rathauswand, auf der kleinen Piazza vor dem päpstlichen Domizil. Und ein bisschen erinnert der adrette Ort an eine verschlafene Kleinstadt aus Benedikts bayerischer Heimat. Hier schrieb er an Büchern und Enzykliken, hörte Konzerte, empfing Staatsgäste - und zog Tausende Pilger und Touristen an.

Vor allem an den Sonntagen, wenn zum Angelus-Gebet der Innenhof der Residenz für Besucher geöffnet wurde. "Dann parkten da unten die Reisebusse. Oft hatten wir Tausende Touristen, besonders aus Deutschland", erinnert sich der Besitzer eines Souvenir-Shops gegenüber dem großen Tor, das nun geschlossen ist. "Die Leute blieben zwei Stunden, kauften und konsumierten. Schauen Sie sich das hier an", sagt der Mann und zeigt auf seine Regale. Darin türmen sich Heiligenfiguren und Kaffeetassen mit den Konterfeis der Päpste seit Johannes XXIII. (1958-1963). Auch Benedikts Porträt ist vertreten - das man in Roms Devotionalienläden nur noch selten findet.

Hier sind sie ihm treugeblieben, seit er sich am 28. Februar 2013 vom Fenster über der Piazza aus zum letzten Mal als amtierender Papst von der Menge verabschiedete. "Buona notte", sagte er damals. Im Jahr darauf hatte der heute 88-jährige Emeritus einen Sommeraufenthalt noch abgelehnt, zu dem ihn sein Nachfolger Franziskus eingeladen hatte - wohl aus Respekt vor dessen eigener Entscheidung, in Rom zu bleiben.

"Wir lieben ihn, es ist sehr gut, dass er jetzt kommt", schwärmt eine betagtere Wirtin im Cafe gegenüber. Den Espresso brühten sie und ihr Mann hier schon zu Zeiten von Johannes Paul II. (1978-2005) für ihre Gäste. Aber den Deutschen mit der leisen Stimme habe sie besonders ins Herz geschlossen.

Papst Franziskus' letzter Urlaub war 1975

Doch die alten Zeiten kehrten unter dem jetzigen Papst nicht zurück, meint 30 Meter weiter am Ende der Piazza ein Schmuckverkäufer mit hübschen Korallenketten in der Auslage, das Stück für 100 bis 130 Euro. "Noch ist hier keiner bankrott - aber wir leben doch nur von den Rücklagen"; der Unmut in seiner Stimme ist hörbar. Auf die Frage, ob er einen möglichen Rücktritt des argentinischen Papstes herbeisehne, muss er kurz überlegen. "Ich respektiere seine Entscheidung, in Rom zu bleiben. Er ist ja nicht der 'Papst von Castel Gandolfo'. Aber der nächste sollte wieder traditionsbewusster sein und den Sommer hier verbringen." 

Die wirtschaftlichen Sorgen von Einzelhändlern in römischen Naherholungsgebieten dürften Franziskus fremd sein. Sein Maßstab ist die existenzielle Not in den Slums von Buenos Aires und anderen Metropolen. Aber auch persönliche Vorlieben prägen offenbar seine Abstinenz von Castel Gandolfo: Er sei ein Großstadtmensch, bekannte der Papst kürzlich im Interview einer argentinischen Zeitung. "Auf dem Land könnte ich nicht leben." Und überhaupt: Den letzten Urlaub habe er 1975 gemacht.

 

(dpa, KNA)

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