12.10.2011

Papstappell zu Frieden in Ägypten "Echter Frieden, der sich auf Gerechtigkeit stützt"

Papst Benedikt XVI. hat die jüngste Gewalteskalation zwischen ägyptischen Kopten und Muslimen in Kairo "tief erschüttert". Bei der Generalaudienz rief er zum Schutz der Minderheiten in Ägypten auf.

Er sei den Familien der Opfer sowie dem gesamten ägyptischen Volk nahe, sagte der Papst am Mittwoch auf dem Petersplatz. "Die Bevölkerung ist zerrissen von den Versuchen, das friedliche Zusammenleben der einzelnen Gruppen zu untergraben", so der Papst. Gerade in der Übergangszeit sei jedoch eine Förderung des Zusammenlebens wichtig.

Gebetsaufruf für Ägypten
Der Papst bat die Gläubigen um das Gebet für Ägypten. Das Land brauche "einen echten Frieden, der sich auf Gerechtigkeit stützt und auf den Respekt der Freiheit und der Würde jedes Bürgers".

Die Achtung der Menschenrechte fördere die nationale Einheit. Er unterstütze "die Bemühungen der ägyptischen zivilen und religiösen Behörden für eine Gesellschaft,  in der die Menschenrechte aller respektiert werden, insbesondere von Minderheiten", sagte Benedikt XVI..

In der Nacht zum Montag war es bei einer zunächst friedlichen Demonstration einiger tausend Kopten vor dem Gebäude des ägyptischen Fernsehens zu Zusammenstößen mit Muslimen gekommen. Es kam zu Straßenkämpfen zwischen Kopten, Muslimen und Sicherheitskräften. Mindestens 25 Menschen wurden getötet, mehrere Hundert verletzt.

Katechese zu Psalm 126
In deutscher Sprache setzte der Papst seine Katechesereihe über das Gebet fort. Diesmal sprach er über Psalm 126, in dem "die Großtaten Gottes besungen werden", so der Papst. Das Heimkehren zu Gott beschrieb er als die wahre Freude des Menschen.

Im domradio.de-Interview hatte zuvor der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick bereits angesichts der Gewalt von Kairo zur Solidarität mit Kopten in Ägypten aufgerufen. Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofkonferenz betonte die Rechte der Christen in Ägypten. "Wir müssen unsere politische Verantwortung wahrnehmen, müssen auch unseren Politikern sagen, dass sie auf die Regierung und das, was sich im Augenblick in Ägypten politisch tut, Einfluss nehmen müssen, dass eine tolerante und friedliche Gesellschaft dort aufgebaut werden kann, in der auch die Christen ihr Heimatrecht haben", forderte der Erzbischof.

Gewalt hat koptischen Bischof sehr überrascht
Mit den Ausschreitungen von Sonntag hatte Erzbischof Schick nicht gerechnet, auch der koptische Bischof Anba Damian in Deutschland war über die Wucht der Ausschreitungen "sehr überrascht". Es waren die ersten großen gewalttätigen Zusammenstöße nach der Revolution. "Im arabischen Frühling haben wir das schöne Gesicht der Revolution gesehen, nun zeigt sich die hässliche Fratze dahinter. Unter Mubarak hatten die Kopten zwar auch keinen gesetzlich garantierten Schutz - aber er hat mit seinem persönlichen Einsatz jene Kräfte in Schach gehalten, die nun nach vorne drängen und den Kopten gefährlich werden können", urteilte der Geistliche im domradio.de-Interview. Es gebe derzeit drei wichtige Kräfte in Ägypten: die Übergangsregierung, das Militär und die Islamisten. Den ägyptischen Kopten fehle ein Ansprechpartner. Für den koptischen Bischof steht fest: "Solange man nicht ehrlich über die Probleme redet und die Täter unbehelligt bleiben, ist ein Ende der Gewalt nicht in Sicht".

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