18.03.2011

Papst ruft zum Schutz der Bevölkerung in Libyen auf "Appell an alle, die Verantwortung tragen"

Frankreich, Großbritannien und die USA haben die erste Angriffswelle auf die Streitkräfte des libyschen Machthabers Gaddafi gestartet – offenbar sind bereits Dutzende Menschen gestorben. Nach pax christi hat nun auch Papst Benedikt XVI. zum Schutz der libyschen Bevölkerung aufgerufen.

"Ich richte einen dringenden Appell an alle, die Verantwortung in Politik und Militär tragen, dass sie vor allem für die Unversehrtheit und die Sicherheit der Bürger sorgen und den Zugang zu humanitärer Hilfe garantieren", sagte der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz.

Er verfolge die "jüngsten Ereignisse" in dem nordafrikanischen Land mit "großer Sorge" und bete in dieser "dramatischen Situation" für alle Beteiligten sowie für den Frieden im Land, so Benedikt XVI. Er wolle seine Verbundenheit mit der Bevölkerung Libyens bekräftigen.Die "beunruhigenden Nachrichten" über die Ereignisse hätten auch bei ihm große "Unruhe und Furcht" ausgelöst.

Rotes Kreuz warnt
Die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi, die Rebellen und die westlichen Mächte müssten unter allen Umständen das Leben von Zivilisten schonen, sagte die Sprecherin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Carla Haddad Mardini, am Sonntag dem epd (20.03.2011). Vor allem die Kämpfe in dicht besiedelten Städten wie Bengasi könne die Zahl der zivilen Opfer stark erhöhen. "Bei militärischen Angriffen auf Ortschaften kommt es fast zwangsläufig zu Opfern unter der Bevölkerung."

"Wir fordern alle Konfliktparteien auf, das humanitäre Völkerrecht strikt zu achten und immer zwischen militärischen und zivilen Zielen zu unterscheiden", betonte Mardini. Laut Völkerrecht sei auch der Einsatz von sogenannten menschlichen Schutzschildern strikt verboten.
Nach Medienberichten postiert das Gaddafi-Regime etliche Menschen vor wichtigen Gebäuden, um die westlichen Streitkräfte von Angriffen abzuschrecken.

Kein Zugang zu weiten Teilen
Seit Samstag fliegen westliche Länder Luftangriffe auf Truppen und Stützpunkte Gaddafis. Die UN hatten die Staaten ermächtigt, Luftstreitkräfte gegen das Gaddafi-Regime einzusetzen, um die Bevölkerung vor Angriffen des Diktators zu schützen.

Das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen hätten nach wie vor keinen Zugang zu weiten Teilen des Landes. "Wir können vielen Opfern der Gewalt nicht helfen", sagte Mardini. Das Rote Kreuz wolle am Sonntag Verletzte und Verwundete in den Krankenhäusern von Bengasi besuchen.

Mehr als 300.000 Menschen waren vor Beginn der westlichen Intervention aus dem nordafrikanischen Land geflohen, es waren hauptsächlich Migranten. Bis Mitte der laufenden Woche hatten die UN mit insgesamt rund 400.000 Flüchtlingen aus Libyen gerechnet. Diplomaten betonten am Sonntag in Genf, die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge werde angesichts der eskalierenden Gewalt wahrscheinlich weit über 400.000 liegen.

Irakischer Erzbischof sieht Umwälzungen skeptisch
Der irakische Erzbischof Louis Sako ist beunruhigt über die aktuellen Umwälzungen im nordafrikanischen und arabischen Raum. Er sei sich nicht so sicher, ob die nächsten Führer einen offeneren Kurs verfolgten, sagte Sako am Sonntag in Würzburg. In seinem Land habe sich die Situation zwar "leicht verbessert". Dennoch halte der Exodus der Christen an. 600.000 von ihnen hätten den Irak inzwischen verlassen.

Auch im Iran, wo es einmal vier Diözesen gegeben habe, lebten nur noch 10.000 Christen, bedauerte der Erzbischof. Dabei seien die Christen schon dagewesen, bevor der Islam gekommen sei: "Es ist unser Land", betonte Sako. Wenn sich jedoch die Islamisierung fortsetze, "wird es irgendwann keine Christen mehr geben". Der Kirchenführer äußerte sich beim Weltkirche-Kongress des katholischen Hilfswerks "Kirche in Not".

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