Ein verpackter Weihnachtsbaum
Ein verpackter Weihnachtsbaum

14.12.2018

Immer mehr Weihnachtsbäume aus heimischer Produktion Wie treu sind deine Nadeln?

Weihnachten ohne Tannenbaum ist zwar möglich, aber sinnlos - könnte man abgewandelt mit Loriot sagen. In jedem zweiten Haushalt wird daher in der kommenden Zeit ein Baum aufgestellt. Die wichtigsten Fakten zur Weihnachtsbaum-Tradition:

Woher kommt die Weihnachtsbaum-Tradition?

Weihnachtsbäume mit ihren immergrünen Zweigen sind Symbole neuen Lebens in der düsteren Winterzeit. Schon im Mittelalter bestand vielerorts der Brauch, zu bestimmten Festlichkeiten Bäume zu schmücken wie zum Beispiel den Maibaum oder den Richtbaum. Zu Weihnachten wurden in manchen Kirchen Paradiesspiele aufgeführt und Paradiesbäume mit Äpfeln aufgestellt, weil der 24. Dezember der liturgische Gedenktag Adams und Evas war.

Wann wurden die ersten Weihnachtsbäume aufgestellt?

Da gibt es unterschiedliche Erkenntnisse: Laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald stammt die erste Erwähnung eines Christbaumes aus dem Jahr 1419. Die Freiburger Bäckerschaft soll damals einen Baum mit allerlei Naschwerk, Früchten und Nüssen behängt haben, den die Kinder nach Abschütteln an Neujahr plündern durften. Der erste geschmückte Weihnachtsbaum soll 1510 in Riga auf einem öffentlichen Platz aufgestellt worden sein. Aber auch aus Straßburg gibt es Hinweise, dass die Zünfte zur selben Zeit einen immergrünen Baum in die Zunfthäuser brachten.

Lange blieben Weihnachtsbäume in Häusern den wohlhabenden Kreisen vorbehalten. Da die katholische Kirche den Weihnachtsbaum lange Zeit als heidnischen Brauch ablehnte, setzte sich dieser Brauch erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts in allen gesellschaftlichen Schichten durch. Die Auswanderer des 18. Jahrhunderts nahmen die Tradition mit nach Amerika, von wo aus sie sich über die ganze Welt verbreitete. Um 1830 wurden die ersten Christbaumkugeln geblasen. 1882 wurde der erste Weihnachtbaum mit elektrischer Beleuchtung in Amerika aufgestellt.

Wie viele Weihnachtsbäume werden in Deutschland verkauft?

Etwa 27 Millionen Weihnachtsbäume stehen nach Angaben des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger (BWS) in deutschen Wohnzimmern. Von den 40,5 Millionen Haushalten hat rund die Hälfte einen Weihnachtsbaum. Auch Kaufhäuser, öffentliche Einrichtungen, Fußgängerzonen und Weihnachtsmärkte wollen nicht auf Christbäume verzichten.

Woher stammen die meisten Weihnachtsbäume?

Mehr als 90 Prozent der verkauften Weihnachtsbäume stammen nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aus der Bundesrepublik. 5 Prozent davon wurden im vergangenen Jahr im Rahmen der Waldpflege direkt aus dem Wald entnommen, der allergrößte Teil stammt aus Weihnachtsbaumplantagen. Ein Trend zur Regionalität ist erkennbar: 30 Prozent der Bäume werden direkt bei landwirtschaftlichen Betrieben gekauft, weitere 30 Prozent im Straßenhandel und der Rest in Supermärkten sowie in Garten- und Baumärkten.

Zehn bis zwölf Prozent der Weihnachtsbäume werden im Topf gekauft. 88 bis 90 Prozent werden geschlagen. Immer beliebter werden Weihnachtsbaumevents wie das Selbstschlagen im Wald. Rund drei Prozent der Bäume werden über das Internet bestellt.

Importiert Deutschland auch Bäume?

Der Importanteil geht weiter zurück; vor zehn Jahren kam noch ein Viertel der Bäume aus dem Ausland. Die meisten importierten Bäume stammen aus Dänemark, insbesondere die großen Tannen. Gleichzeitig exportiert Deutschland insgesamt etwa eine Million Weihnachtsbäume, vor allem in die Schweiz, nach Frankreich, Österreich und Polen.

Wie groß sind die Anbauflächen in Deutschland?

Die Anbaufläche schwankt zwischen 30.000 und 50.000 Hektar. Nordrhein-Westfalen hat mit 18.000 Hektar bundesweit die größte Anbaufläche. Die Hochburg des deutschen Weihnachtsbaumanbaus ist das Sauerland mit rund 12.500 Hektar. Bundesweit sind zwischen 2.000 und 4.000 Produzenten haupt- oder nebenerwerbsmäßig mit dem Anbau beschäftigt. Die Weihnachtsbaumproduktion sichert laut Schutzgemeinschaft rund 100.000 Dauer- und 50.000 Saisonarbeitsplätze. Rechnet man mit einem Durchschnittspreis von 20 Euro pro Baum, beträgt der jährliche Umsatz der Branche fast 700 Millionen Euro (2015).

Wie lange müssen die Bäume wachsen?

Geerntet werden die Bäume im Alter von acht bis zwölf Jahren. Oft wird zumindest in den ersten Jahren mit umweltschädlichen Dünge-, Unkrautvernichtungs- und Schädlingsbekämpfungsmitteln gearbeitet. Die Zahl der mit Bio-Siegeln zertifizierten Plantagen nimmt allerdings zu.

Welche Baumarten sind die beliebtesten Weihnachtsbäume?

Die Nordmanntanne ist mit über 75 Prozent der mit Abstand beliebteste Baum. Dann folgt die Blaufichte mit 15 Prozent, sonstige Fichten mit 7 Prozent und die Edeltanne/Nobilistanne mit 3 Prozent. Das Saatgut für die Nordmanntanne wird vor allem aus Georgien importiert.

Wie sieht es mit den Preisen aus?

Die Preise steigen nach Angaben der Weihnachtsbaumerzeuger in diesem Jahr leicht an - um 50 Cent bis einen Euro pro laufendem Meter. Ausgesucht schöne Nordmanntannen kosten zwischen 18 und 24 Euro pro laufendem Meter.

Wie hält man die Weihnachtsbäume möglichst lange frisch?

Experten empfehlen, den Baum nach dem Kauf im Netz an einer sonnen- und windgeschützten Stelle im Freien oder in einer kühlen Garage aufzubewahren. Um das Austrocknen zu verhindern, sollte man ihn in einen Eimer Wasser stellen. Am besten ist es, den Baum einen Tag vor dem Schmücken aufzustellen, damit die Äste sich wieder in die richtige Position stellen. Ein etwa 2 m hoher Weihnachtsbaum benötigt bis zu 2 Liter Wasser am Tag. Deshalb sollten Baumständer mit Wasservorrat gewählt werden. Ideal ist es, den Baum vor dem Aufstellen noch einmal frisch anzuschneiden.

(KNA)

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