20.12.2011

Bischof Wolfgang Ipolt 21. Dezember

Auch 2011 haben deutsche Kardinäle, Bischöfe und Weihbischöfe für domradio.de ihre Gedanken zum Advent aufgezeichnet. Sie erzählen von Geschehnissen, die ihnen in diesem Jahr besonders in Erinnerung geblieben sind, von Situationen, die die Welt bewegt haben, von Ereignissen, die noch bevorstehen und natürlich von der Vorfreude auf Weihnachten. Heute mit Bischof Wolfgang Ipolt aus dem Bistum Görlitz.

"Liebe Schwestern und Brüder, dieser Adventsgruß kommt aus Görlitz, einer Stadt mit mehreren Brücken, die über die Neiße führen und die zugleich hier die deutsch-polnische Grenze markiert. Das gibt unserer Stadt ihr besonderes Gesicht. Ich stehe hier in der Nähe der Altstadtbrücke, die aus dem deutschen Teil Görlitz hinüberführt nach Zgorzelec, dem polnischen Teil unserer Stadt. Heute können die Menschen hier ohne Schwierigkeiten und ohne Grenzkontrollen von einer Seite auf die andere gehen. Die Stadt und die Menschen wachsen zusammen, und es ist bei uns nichts mehr besonderes, dass man in Görlitz die polnische Sprache hört und dass in Zgorzelec deutsch gesprochen wird. Wir sind dankbar für diese gute Nachbarschaft. Diese Brücke verbindet nicht nur die beiden Ufer der Neiße, sie verbindet in diesem Fall auch Völker miteinander. Eine Brücke ist, so meine ich, ein schönes Bild für das, was wir an Weihnachten feiern werden.

In diesen adventlichen Tagen gehen wir auf das Fest der Geburt Christi zu. Für mich bedeutet dieses Fest, Gott schlägt eine Brücke zu uns Menschen. Er stellt die durch die Sünde unterbrochene Verbindung zwischen Gott und Mensch wieder her, und es ist seine alleinige Initiative. Er schlägt diese Brücke, er überbrückt den unendlichen Abstand zwischen sich und uns. Er möchte uns ganz nahe kommen, er entäußert sich seiner selbst, so drückt es die Heilige Schrift einmal aus. Er erniedrigt sich, damit wir ihn wirklich finden können. Liebe Schwestern und Brüder, der Advent möchte uns vorbereiten auf diesen Brückenschlag Gottes zu uns, den wir an Weihnachten wieder feiern wollen. Dass Gott die Brücke zu uns schlägt, darüber kann man sich nur freuen. Aber es gilt auch noch etwas anderes zu bedenken: Gott kommt nicht nur zu uns, er erwartet auch, dass wir uns für ihn öffnen. Meiner Meinung nach tut es darum gut, manches Überflüssige, manche Ablenkung, einfach einmal wegzulassen  und ihm im Gebet Raum zu geben. Damit er mit seinem Brückenschlag bei uns ankommen kann. Gott lässt sich auf uns ein und er sehnt sich danach, dass auch wir uns auf ihn einlassen. Dann erst wird eine Begegnung mit ihm an Weihnachten möglich werden. Brücken sind gebaut worden, um Flüsse und Abgründe überschreiten zu können. Gehen wir in diesen adventlichen Tagen Gott entgegen, der so viel einsetzt, um zum Menschen zu kommen, der sich von ihm entfernt hat! Wir könnten ihm dann so nahe kommen, wie die Menschen in Görlitz auf beiden Seiten der Neiße einander näher kommen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gesegnete adventliche Tage."

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