Bischof Genn beim Adveniat-Eröffnungsgottesdienst
Bischof Genn beim Adveniat-Eröffnungsgottesdienst
Erzbischof Leonardo Steiner aus Manaus
Erzbischof Leonardo Steiner aus Manaus
Bischof Genn predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Spendenaktion
Bischof Genn predigt beim Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Spendenaktion
Dom St. Paulus in Münster
Dom St. Paulus in Münster

28.11.2021

Hilfswerk Adveniat beginnt Spendenaktion mit Gottesdienst "Keine bloße Bettelaktion"

Die Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat sei eine Aktion gelebter Solidarität betonte Bischof Felix Genn. Er eröffnete gemeinsam mit dem Erzbischof von Manaus die bundesweite Spendenaktion im Münsteraner Paulus-Dom.

Unter dem Motto "ÜberLeben in der Stadt" ruft das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in der Advents- und Weihnachtszeit zur Hilfe für die Menschen in Mittel- und Südamerika auf. Die aktuelle Weihnachtsaktion führe "die Ungerechtigkeiten in den Städten in Lateinamerika und den Kampf so vieler Menschen um das tägliche Überleben" vor Augen, sagte Bischof Felix Genn am Sonntag beim bundesweiten Eröffnungsgottesdienst im Dom von Münster: "Wir sind mitverantwortlich für die Welt und dürfen nicht die Augen verschließen vor der Not der anderen."

Genn: Bereit sein über sich hinaus zu wachsen

Die Weihnachtsaktion sei "keine bloße Bettelaktion, sondern eine Aktion gelebter Solidarität, die zuerst darin besteht, dass wir überhaupt einen Blick füreinander haben", fügte der Münsteraner Bischof hinzu. So sei aktuell gerade die Corona-Pandemie bei aller Schrecklichkeit eine Herausforderung, "ob wir nur auf uns selbst schauen oder ob wir bereit sind, über uns zu wachsen, indem wir uns impfen lassen und die Impfstoffe mit anderen Völkern teilen".

Der Erzbischof der Amazonas-Metropole Manaus in Brasilien, Leonardo Ulrich Steiner, berichtete davon, wie schwer die Pandemie die Stadt getroffen hat: "Die Bilder der überfüllten Kliniken und der vielen offenen Gräber gingen um die Welt. Bis zu 500 Menschen starben täglich allein in Manaus." Doch auch dank der Hilfe der deutschen Christen über Adveniat "konnten wir helfen und Leben retten. Wir brachten Sauerstoffgeräte zu den Erkrankten. Die Hospitalschiffe, die die Kirche auf dem Amazonas unterhält, leisten großartige Hilfe."

Steiner: Bedeutung der Kirche sehr hoch

Gerade in den Großstädten des Kontinents zeige sich Ausgrenzung, Ausbeutung und Not in überdeutlichem Maße, beklagte Steiner. Acht von zehn Lateinamerikanern lebten inzwischen in der Stadt. Ein Großteil von ihnen arbeite im informellen Sektor, schlage sich also mit Handlangerdiensten oder Gelegenheitsjobs durch, die schlecht bezahlt und nicht sicher sind. Die Kirche tue viel, um die Situation der Menschen in den Armenvierteln an den Rändern der Städte zu verbessern.

Die aktuelle Spendenaktion rückt die Länder Mexiko, Paraguay und Brasilien in den Mittelpunkt. Höhepunkt ist eine bundesweite Kollekte in den katholischen Weihnachtsgottesdiensten. Die Spenden fließen in Sozial-, Bildungs- und Friedensprojekte in Lateinamerika und in der Karibik.

Im vergangenen Jahr unterstützte Adveniat nach eigenen Angaben rund 2.000 Projekte mit 35 Millionen Euro. Coronabedingt hätten sich die Einnahmen der Weihnachtskollekte von 22 Millionen auf 12 Millionen Euro fast halbiert. Ein deutliches Plus habe es im Gegenzug bei den Einzelspenden gegeben.

(KNA)

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