Venezolaner bei der Mittagessensausgabe in der Casa de Paso Divina Providencia
Venezolaner bei der Mittagessensausgabe in der Casa de Paso Divina Providencia
Ana bei der Mittagessenausgabe
Ana bei der Mittagessenausgabe
Der Bischof von Cucutá, Victor Manuel Ochoa Cadavid, in der Casa de Paso Divina Providencia
Der Bischof von Cucutá, Victor Manuel Ochoa Cadavid, in der Casa de Paso Divina Providencia
Freiwillige Helfer bei der Mittagessenausgabe für Venezolaner im Casa de Paso Divina Providencia
Freiwillige Helfer bei der Mittagessenausgabe für Venezolaner im Casa de Paso Divina Providencia
Venezolaner bei der Mittagessensausgabe in der Casa de Paso Divina Providencia
Venezolaner bei der Mittagessensausgabe in der Casa de Paso Divina Providencia

01.12.2019

Wie die Kirche an der Grenze zu Venezuela Flüchtlingen hilft Katholisch-kolumbianische Willkommenskultur

Jeden Tag strömen bis zu 75.000 Venezolaner ins kolumbianische Cúcuta - die Hilfsbereitschaft ist groß. Das Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat unterstützt die Projekte für Flüchtlinge und eröffnet am Sonntag seine Weihnachtsaktion.

"Diese Essenausgabe ist ein Segen!" Ana ist 64 Jahre alt und kommt jeden Morgen und jeden Mittag für eine Gratis-Mahlzeit in die "Casa de Paso de Divina Providencia", ins Durchgangshaus der Göttlichen Vorsehung, gerade einmal 100 Meter von der venezolanischen Grenze entfernt. Nur so, erzählt sie weiter, kann sie sich gemeinsam mit der Familie ihrer Tochter eine bescheidene Bleibe in der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta leisten. Zu Hause auf der Isla Magerita in Venezuela mussten Ana und ihre Enkel oft tagelang Hunger leiden, hier können sie sie sich dank der kirchlichen Hilfe irgendwie über Wasser halten

Weil es vielen venezolanischen Flüchtlingen so wie Ana geht, teilen Helfer im Namen der Diözese Cúcuta heute jeden Tag 5.000 Frühstücke und 6.500 Mittagessen aus. Gestartet waren sie 2015 als Suppenküche, aber je mehr sich die humanitäre Krise drüben in Venezuela verschärfte, umso mehr Menschen strömten über die vier Grenzbrücken nach Cúcuta und das Bistum baute seine Hilfsangebote aus. Das Geld dafür, erzählt Bischof Victor Manuel Ochoa, kommt aus der ganzen Welt, aus dem Vatikan, aus US-amerikanischen und spanischen Diözesen und auch vom katholischen Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat. Und so bekommt jede und jeder hier eine Portion Reis mit etwas Fleisch, den landestypischen Kochbananen und wechselnden Beilagen, auch wenn die Schlangen noch so lang sind.  

Liebevolle Aufnahme

"Wir reichen den Leuten aber nicht einfach nur einen Teller", sagt Bischof Ochoa, "wir nehmen sie liebevoll auf, wir begleiten sie ein Stück, wir hören ihnen zu." Tatsächlich gibt es in der Casa de Paso neben Küche und langen Tischen auch Toiletten, Duschen und eine Ausgabestelle für Medikamente. Insgesamt 800 Kolumbianer und 400 Venezolaner packen mit an, damit alles reibungslos läuft.

Die Nachfrage ist groß; schließlich kommen täglich zwischen 35.000 und 75.000 Menschen über die Grenze. Die meisten von ihnen sind Tagespendler, die hier in Kolumbien Lebensmittel und Arzneimittel suchen, die es in Venezuela längst nicht mehr gibt. Weil sie zu Hause keinerlei Perspektive sehen, bleiben Tag für Tag aber auch 10.000 Venezolaner  ganz in Kolumbien, Tendenz steigend. "Die Situation verschärft sich weiter", erklärt Juan Manuel Ochoa, "der soziale Verfall in Venezuela ist enorm". Beobachter rechnen damit, dass aus den heute schon 1,7 Millionen venezolanischen Flüchtlingen in Kolumbien bald  3 Millionen werden – in einem Land, das nach einem Jahrzehnte langen Bürgerkrieg selbst 7,7 Millionen Binnenflüchtlinge hat.  

"Die Leute hier sind unheimlich nett zu uns", schwärmt Ana. "Ich bin doch eigentlich Venezolanerin, aber ich fühle mich wie eine Kolumbianerin." Dass das doch selbst so stark gebeutelte Kolumbien in Sachen Willkommenskultur eine ziemlich gute Figur abgibt, kann Bischof Ochoa nur bestätigen. Einerseits, erklärt er, erinnern sich hier viele noch sehr gut daran, dass das damals noch prosperierende Venezuela großzügig kolumbianische Bürgerkriegsflüchtlinge aufgenommen hatte.  Andererseits sind sich Menschen und Kulturen auf beiden Seiten der Grenze so ähnlich, das keine großen Fremdheitsgefühle aufkommen. Auch der katholische Glaube verbindet.

Helfer geraten an ihre Grenzen

Dennoch bringt der steigende Flüchtlingsstrom die Helfer auch immer wieder an ihre Grenzen, erzählt Bischof Ochoa. Als großes Problem nennt er medizinische Engpässe; alleine die Zahl der Geburten hat sich mehr als verdoppelt, ebenso die Nachfrage nach Betten auf Intensivstationen. Außerdem bringen venezolanische Flüchtlinge wieder Krankheiten mit, die in Kolumbien schon als besiegt galten. Umso dringender bleibt die Diözese auf finanzielle Hilfe angewiesen.

Bischof Ochoa will nicht aussprechen, was die meisten in der Warteschlange vor der Casa de Paso denken: Dass Venezuelas aktueller Machthaben endlich den Weg für faire Wahlen frei machen muss. Elvis, der vor zwei Jahren mit seiner Familie hier her gekommen ist und gerade Teller spült, bringt es auf den Punkt: "Mein Plan für die Zukunft? Das Maduro endlich abtritt und wir zurück nach Hause können!"

Hilde Regeniter
(DR)

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