17.09.2004

Nachrichtenarchiv 17.09.2004 14:14 Schorlemmer findet Köhlers Aussagen "unerhört"

Köln (KNA) Mit scharfen Worten kritisiert der Wittenberger Theologe Friedrich Schorlemmer die Aussagen von Bundespräsident Horst Köhler zu den Lebensverhältnissen in West und Ost. Wenn Köhler die Menschen in Ostdeutschland auffordere, die Unterschiede zu akzeptieren, gebe er unerhörterweise gerade Jugendlichen das Signal zur Abwanderung in den Westen, sagte der evangelische Theologe am Montag dem Kölner „domradio". Köhler habe offenbar als Weltbankpräsident gesprochen und nicht als Landesvater, der den Menschen wirklich zuhöre und ihre Empfindungen verstehe.Köhler hatte dem „Focus" gesagt, es gebe „nun einmal überall in der Republik große Unterschiede in den Lebensverhältnissen". Wer diese einebnen wolle, „zementiert den Subventionsstaat und legt der jungen Generation eine untragbare Schuldenlast auf. Wir müssen wegkommen vom Subventionsstaat". Besonders ostdeutsche Politiker hatten darauf kritisch reagiert.(KNA/NW - 2189 - Funk voraus am 13.9.)