17.05.2011

Kirchenzeitung Köln 21.03.2008 "Ihr Werk lebt weiter" Kardinal Meisner zum Tod der Gründerin der Fokolar-Bewegung Chiara Lubich

"Sie gehört zu den großen Zeugen des Glaubens im ausgehenden 20. und im Beginn
des 21. Jahrhunderts und ihr Werk lebt weiter", sagte Kardinal Joachim Meisner in einem Interview mit dem domradio zum Tod von Chiara Lubich. Die Gründerin der Fokolar-Bewegung war im Alter von 88 Jahren im Fokolar-Zentrum Mariapoli bei Rom
gestorben. Der Kardinal erinnerte sich in dem Interview an persönliche Treffen mit der charismatischen Frau, die versucht habe, das Evangelium in den Bedrängnissen des Krieges zu leben. Daraus sei Ende des Krieges die Fokolar-Bewegung entstanden. Über die
Gründerin sagt der Kardinal: "In der kommunistischen Zeit in Mittel- und Osteuropa hat sie
vielen Menschen wirklich geholfen ihre schwierige Situation als Christen zu bewältigen." Beeindruckt zeigt sich der Erzbischof vom Glaubenszeugnis der Mitglieder: "In Tschechien hat die Folokar-Bewegung besonders fruchtbaren Boden gefunden, da die Christenverfolgung dort eigentlich am intensivsten war und die Fololar-Bewegung mit ihren Methoden auf diese Situation am besten reagieren konnte." Den Mitgliedern des Werkes
wünschte Kardinal Meisner, dass es zu keiner inneren Spaltung kommt. Die Gefahr bestehen nach dem Tod eines Gründers einer geistlichen Bewegung: "Der Teufel versucht Gegensätze aufbrechen zu lassen und Spaltungen hervorzurufen." Deshalb sei es für alle Mitglieder jetzt besonders wichtig, "noch inniger zusammenzuhalten als vorher". Kirchenvertreter aus ganz Europa würdigten das Wirken der Verstorbenen, die eine Pionierin
des ökumenischen und des interreligiösen Dialogs war. Papst Benedikt XVI. sprach in einem
Beileidstelegramm an die Fokolar- Bewegung vom unermüdlichen Einsatz Lubichs "für die
Gemeinschaft in der Kirche, für den ökumenischen Dialog und die Brüderlichkeit zwischen allen Völkern". Er hoffe, dass alle, die ihr missionarisches Wirken bewunderten, ihren Spuren
folgten und ihr Charisma lebendig hielten. Chiara Lubich war am 22. Januar 1920 in Trient geboren worden. Mit 23 Jahren gründete die Volksschullehrerin die erste Fokolar-Gruppe, Sie war Präsidentin ihres Werkes bis zu ihrem Tod. Die ökumenisch ausgerichtete Gemeinschaft zählt nach eigenen Angaben mehr als 140000 Mitglieder in 182 Ländern.
KL