24.05.2011

2010 Ausg. 25 Konradsblatt "domradio" aus Köln seit zehn Jahren auf Sendung

Die katholische Welle
"domradio" aus Köln seit zehn Jahren auf Sendung/Viele Angebote im Internet
In Köln und Fulda auf UKW, im Rest der Republik im Internet: Das "domradio" ist fester Bestandteil in der kirchlichen Medienszene. Dieses Jahr feiert es den 10. Geburtstag.

Von Andreas Otto

Ein Anfang mit Alarm: Als Kardinal Joachim Meisner das Kölner "domradio" an Pfingsten 2000 einweiht, sorgt er erst einmal für großes Erschrecken. Wegen der sensiblen Technik verzichtet der Erzbischof auf Weihwasser, spart aber nicht mit Weihrauch. Niemand denkt an die Rauchmelder, die plötzlich losschrillen. Der erste Bistumssender geht trotzdem auf Sendung. Jetzt wurde das Kirchenradio zehn Jahre alt. Chefredakteur Ingo Brüggenjürgen
blickt mit einem gewissen Stolz auf diese relativ junge Geschichte: Inzwischen sei es gelungen, die Marke "domradio" zu etablieren. Neben vielen journalistischen Beiträgen zu Themen aus Kirche und Gesellschaft bietet die rund um die Uhr sendende katholische
Welle eine Reihe liturgischer Angebote: zu jeder vollen Stunde ein biblisches oder literarisches Wort, Laudes und Komplet morgens und abends oder live Gottesdienste aus dem Dom und anderen Kirchen des Erzbistums. Dabei täuscht der Name "domradio". Neben dem Radioprogramm ist der Sender im Internet - und das nicht nur mit Hörfunk, sondern mit medialen Formen wie nachlesbaren Nachrichten und Berichten, Kurzvideos oder Predigtmitschnitten. Brüggenjürgen registriert jeden Monat rund 140000 Besucher auf "www.domradio.de", 100000 mehr als vor sechs Jahren. Dabei kommt ihm und seiner
Redaktion mit sieben Redakteuren und rund 25 freien Mitarbeitern zu Gute, dass die Internetverbreitung weltweit verfügbar ist. Dagegen hat es das klassische Hörfunkgeschäft des Senders viel schwerer. Nur in Köln, im benachbarten Kreis Pulheim sowie in Fulda und einem Nahe-Ort gibt es die begehrte UKW-Frequenz. Zudem lässt sich das "domradio" über Kabel in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie per Satellit europaweit empfangen. Aktuelle Daten über die Hörerzahl gibt es nicht. Eine Allensbach-Umfrage im Frühjahr 2004 ermittelte rund 90000 Hörer. Brüggenjürgen geht aber von inzwischen wesentlich mehr aus. Medienpolitisch ist das Kirchenradio nicht unumstritten. Experten befürchten, dass die öffentlich- rechtlichen Sender ihre religiösen Formate mit Hinweis auf den hausgemachten Kirchenrundfunk einschränken. Brüggenjürgen hält dies für unbegründet: Nur weil es einen Wetterkanal gebe, verzichteten ARD und ZDF nicht auf die Wettervorhersage. Die Kirche habe dort nach wie vor einen starken Platz. Und zu deren Redakteuren gebe es mittlerweile ein kollegiales Miteinander.