16.04.2017 - 08:00

Wort des Bischofs Ich glaub´s nicht!

Es ist eine fast unglaubliche Geschichte und eine Geschichte der Hoffnung: die Auferstehung Jesu, die Christen zu Ostern feiern. Für Kardinal Woelki ist sie zugleich ein Zeichen, eine Zukunft in Gott zu haben.

Eine unglaubliche Geschichte ist das. Sie ist bald 2000 Jahre alt und doch ist sie ebenso aktuell wie damals. Über eine Milliarde Menschen, über eine Milliarde Christen feiern in dieser Stunde das Osterfest und sie erzählen sich heute diese Hoffnungsgeschichte. Denn es ist die Geschichte des christlichen Glaubens.

Worum es geht? Jesus aus Nazareth ist gekommen, um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. Er hat Menschen geheilt, er hat Wunder bewirkt. Aber die Menschen verstehen ihn nicht, sie glauben nicht, dass er der Sohn Gottes ist. Jesus wird verraten. Er wird verkauft und nach langem Leiden brutal ans Kreuz geschlagen. Blut und Wasser laufen aus seinen Wunden. Endlich findet sein Leichnam Ruhe in einem Felsengrab. Doch dann, am Ostermorgen, ist das Grab leer! Seine Freunde und Jünger sind fassungslos, als sie der Engel fragt: "Was sucht ihr euern lebenden Freund unter den Toten? Unglaublich, Jesus soll leben?" Nein - da kann der Engel erzählen, was er will. Diese Geschichte wäre einfach zu schön, um wahr zu sein. Aber dann begegnen die Jünger Jesus, dem Auferstanden selber. Sie essen und trinken mit ihm. Einer nach dem andern glaubt es. Sie legen ihre Hände in seine Wunden und wissen - ja es ist wirklich wahr. Jesus lebt! Er ist wahrhaft auferstanden von den Toten! Wie ein Lauffeuer verbreitet sich diese Frohe Botschaft - immer weiter und immer wieder neu. Seit über 2000 Jahren.

Auch ich gehöre zu den Zeugen. Ich weiß, es ist wahr: Jesus lebt - er ist für uns auferstanden von den Toten. Die Liebe hat den Tod besiegt. Und wir haben eine Zukunft in Gott. Wir haben eine Hoffnung, dass der Tod auch für uns nicht das Ende ist. Unser Leben endet nicht im Nichts, sondern in Gott. Gott erwartet uns, um uns in seine Arme zu schließen. Das ist unsere Zukunft.

Frohe und gesegnete Ostern Ihnen allen!

Ihr

Rainer Woelki

Erzbischof von Köln

(DR)