03.01.2016 - 08:00

Wort des Bischofs Ab heute bin ich König

Am Mittwoch begehen wir das Dreikönigsfest. Ein Fest das der liturgische Generalkalender nicht kennt, außer in Köln, von wo sich dieser Brauch seit dem 13. Jahrhundert durchgesetzt hat. Für sein Bischofswort hat sich Kardinal Woelki zur wichtigsten Stelle der Dreikönigsverehrung begeben.

Ich stehe hier vor dem Schrein der heiligen drei Könige in unserem Kölner Dom. Zur Verehrung der Heiligen Drei Könige haben die Menschen damals nicht nur diesen kostbaren goldenen Schrein gebaut, sondern gleich noch den ganzen Kölner Dom darum herum. Und seit Jahrhunderten machen sich Menschen auf, um hierher zu kommen, um sich an die drei ersten Wallfahrer der Geschichte zu erinnern. Kaspar, Melchior und Baltasar – so die Namen dieser drei Magier, waren die ersten, die damals alles hinter sich zurück ließen und nach Bethlehem zur Krippe zogen. Sie folgten ihrem Stern und der Gewissheit, dass die Geburt dieses Kindes in Bethlehem alles verändern würde. Da wollten sie ganz nah dabei sein. Quasi als erste Fans und Anhänger.

Ganz egal was ihre lange Reise kostete, wie gefährlich sie auch war: Sie ließen einfach ihr altes Leben hinter sich, weil sie dem neugeborenen Jesuskind nahe sein wollten. Sie verzichteten auf ihr wohlgeordnetes Leben, auf ihre Bequemlichkeit, auf ihre Sicherheit; alles nur, weil da über ihnen ein Stern aufgegangen war. Dieser Stern, der leuchtete ihnen – zeigte ihnen den Weg zu Krippe. Und dieses kleine Kind da in dem armseligen Stall in Bethlehem, der neugeborene Gottessohn Jesus Christus veränderte ihr ganzes Leben.

Diese Geschichte fasziniert die Menschen bis heute. Tausende kommen jeden Tag hier nach Köln und besuchen unseren Dom. Sie sind aber nicht nur begeistert von der wunderbaren Kathedrale oder diesem herrlichen Schrein. Sondern sie lassen sich auch anstecken von der Liebe Gottes, die auch unser Leben verändern und neu machen kann. Die drei Könige waren die ersten, die das erlebt haben. Aber auch heute, 2000 Jahre später, spüren die Menschen noch diese Kraft und diesen Lebensmut, den uns Gottes Liebe immer wieder neu schenkt.

Ich wünsche Ihnen gerade jetzt zu Beginn des neuen Jahres, dass auch Sie diese lebensschenkende Kraft der Liebe Gottes erfahren. Dass auch Sie den Mut finden, wie unsere drei Könige, einfach mutig neu aufzubrechen. Ich bin mir ganz sicher, dass jeder der in christlicher Hoffnung aufbricht und sein Leben in neue Bahnen lenken möchte, die Liebe Gottes geschenkt bekommt.

Ihr

Rainer Woelki

Erzbischof von Köln