13.06.2021 - 08:00

Wort des Bischofs Priesterweihe

Priester sein - dazu gehört Hingabe. Zum Herz Jesu-Fest am Freitag wurden im Kölner Dom die neuen Priester geweiht. Für Kölns Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki war schon früh klar, dass er diesen Weg gehen will.

Am Freitag hatten wir in unserer Diözese Priesterweihe. Vier Kandidaten konnte ich das Weihesakrament spenden, und heute – heute feiern sie ihre Primiz, ihre erste heilige Messe. Für mich war es zum Beispiel immer ganz selbstverständlich, von klein auf zu beten. Gelernt habe ich das von meinen Eltern und von meinen Großeltern. Das haben wir in der Familie regelmäßig getan. Denn meine Eltern sind gläubig, die Großeltern, die mit uns zu Hause wohnten, waren es auch. Und ich bin natürlich von Kindesbeinen an auch mit in die Kirche gegangen und mit zum Gottesdienst gekommen. Dann bin ich Messdiener geworden. Habe einen wirklich guten, intensiven Messdienerunterricht gehabt. Ich habe an Jugendfreizeiten, Jugendfahrten teilgenommen und wirklich gute Priester zum Vorbild gehabt.

Für mich war deshalb eigentlich schon seit dem 3. Schuljahr die Überlegung: Ich möchte auch diesen Weg gehen, möchte Priester werden. Und nach einigem Hin- und Her bin ich es dann ja auch tatsächlich geworden: Priester. Priester, um Menschen zu helfen. Priester, um Menschen die Quelle, aus der ich lebe – und das ist eben Christus selbst und sein Evangelium – um Menschen diesen Christus zu zeigen und anzubieten. Ich glaube nämlich, die Liebe, die uns Gott in Jesus gezeigt hat, die kann man nur mit Liebe beantworten. Mit Hingabe. Und daraus erwächst dann eine tiefe Christusbeziehung, und um die geht es eigentlich im Glauben. Aber auch Umkehr und Erneuerung geschieht nur dann, wenn wir unsere Beziehung zu Christus wirklich erneuern. Im Gebet, im tieferen Kennenlernen Gottes durch das Lesen der Heiligen Schrift und durch die Feier der Eucharistie. Den Anderen mit den Augen Gottes sehen, Unrecht benennen, nicht die Gebeutelten des Lebens im Stich lassen, sich erneuern lassen. Alle Veränderungen, die anstehen und die getan werden, müssen vom Kern her angegangen werden. Wenn wir uns um den Herrn sammeln, uns von ihm prägen lassen, dann geschieht wirkliche Erneuerung unseres Herzens.

(DR)