28.01.2018 - 08:00

Wort des Bischofs Bis ans Ende der Welt ...

"Wir Menschen lieben es, wenn wir den Überblick haben." Heute können wir Kardinal Woelki auf den Vierungsturm des Kölner Doms begleiten.

Von hier oben auf dem Vierungsturm unseres Kölner Domes sieht die Welt da unten sehr klein und übersichtlich aus. Es ist ein großartiges Gefühl von hier aus alles im Blick zu haben. Wir Menschen lieben es, wenn wir den Überblick haben. Ganz egal, ob wir von Türmen herunterschauen oder uns via Google Maps in unsere Welt hineinzoomen. Für uns Menschen muss Gott daher auch immer irgendwie da oben sein. Weit oben im Himmel als allmächtiger Strippenzieher.

Der Gott, an den ich glaube, der ist aber alles andere als ein Puppenspieler, der uns Menschen nach seiner Pfeife tanzen lässt. Er ist auch nicht in dem Sinne allmächtig, dass er alles, was wir tun und lassen im Voraus bestimmt oder längst festgelegt hat. Nein, der Gott, an den ich glaube, der ist kein großer Weltenherrscher, der uns von oben lenkt und fernsteuert. Ganz im Gegenteil: Der Gott, an den ich glaube, der ist nicht weit weg über uns, sondern er ist mitten unter uns. Er hat uns seinen eigenen Sohn Jesus Christus als Gottessohn und Menschensohn geschenkt, weil er uns nahe sein will. Nicht über uns als thronender Herrscher, sondern als liebevoller Wegbegleiter. So wohnt auch Gottes Liebe in jedem von uns. Da wir aber alle Kinder Gottes sind, brauchen wir keine Angst zu haben. Niemals mehr. Nicht einmal vor unserem eigenen Tod! Denn Gott ist mitten unter uns, und er ist bei uns bis ans Ende der Welt!

Ihr Rainer Woelki

Erzbischof von Köln

 

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15.08.2018 - 07:50
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Lk 1,39–56

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